Feuerwehrauto für die Ukraine

Die Stadt Schwäbisch Gmünd geht eine Solidaritätspartnerschaft mit der Gemeinde Obroshyne ein.

SCHWÄBISCH GMÜND. Fast 1000 Gelüchtete aus der Ukraine sind inzwischen in Gmünd gemeldet. Das sagte Erster Bürgermeister Christian Baron am Mittwoch im Sozialausschuss, bevor er von einem Besuch bei den Maltesern berichtete. Dort lernen derzeit 20 Ukrainerinnen Deutsch und machen parallel eine Ausbildung zur Plegehelferin. Schon zum Jahresende können sie im Beruf eingesetzt werden.
Aber Schwäbisch Gmünd soll auch Aufbauhilfe vor Ort leisten. Diesem Auftrag des Gemeinderats vom März kommt die Stadt nun nach – in Form einer Solidaritätspartnerschaft und zwei Projekten, die aus Bundesmitteln gefördert werden.

Inga Adam, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik, informierte den Ausschuss, worum es geht. Die Stadt beschafft gebrauchte Transporter, die in Obroshyne
als Schulbusse eingesetzt werden. Außerdem ein Notstromaggregat. Die Kosten sind komplett gedeckt. Außerdem rüstet und bildet die Stadt eine Hilfsfeuerwehr aus, die sich deshalb gebildet hat, weil die
eigentliche Feuerwehr der Gemeinde bei Lemberg in den umkämpften Gebieten im Einsatz ist. Die Kosten werden auf rund 10 000 Euro geschätzt und zu 90 Prozent gefördert.
Mehr noch: Inzwischen steht fest, dass die Schwäbisch Gmünder Feuerwehr ein altes Feuerwehrauto ausmustern wird, auf dem die ukrainischen Feuerwehrleute geschult werden und das sie gleich mit in die Heimat nehmen können. Der Sozialausschuss gab einstimmig grünes Licht.
Uwe Beck (SPD) drückte es so aus: „Dass wir nicht nur Waffen liefern, sondern auch Feuerwehrfahrzeuge in die Ukraine schicken, beruhigt mich schon.“
Vorgesehen ist eine einwöchige Schulung. Johannes Barth (CDU) erscheint das zu kurz. Die Schulung sollte nachhaltig sein und die Bevölkerung etwas davon haben. Cynthia Schneider (Die Linke) knüpfte daran an – sprich: Die Stadt soll für die Unterbringung und Versorgung der ukrainischen Feuerwehrleute aufkommen, auch wenn es mehrere Wochen dauert.
Markus Hirsch (Grüne) wollte wissen, nach welchen Kriterien Obroshyne ausgewählt worden sei. Inga Adam erzählte von einer Konferenz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Via Chat
kam sie in Kontakt mit einem Konferenzteilnehmer aus Obroshyne. Brigitte Abele und Ludwig Majohr signalisierten Zustimmung der Bürgerliste und FDP/FW.

Copyright Rems Zeitung, 15.09.2022 Alexander Gässler