Gutes Netz „nur mit Glasfaser“

Stadtverwaltung informiert über den Stand der Verkabelung. Wechsel des Projektträgers hat Zeit gekostet.

Schwäbisch Gmünd. Ein zukunftsfähiger Internetanschluss ist nur mit Glasfaser zu erreichen, davon ist Markus Hofmann überzeugt. Der neue stellvertretende Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung legte dem Verwaltungsausschuss dar, wo im Stadtgebiet diese Übertragungstechnik noch fehlt. Es gebe eine klare Priorität beim Anschluss: Erst Schulen, dann Gewerbegebiete, dann Privathäuser.

Bei den Schulen wurden nun sieben weiterführende Schulen in der Innenstadt vorgezogen. Die nächsten Schulen allerdings dürften frühestens im Frühjahr 2023 ans Glasfasernetz kommen, informierte Erster Bürgermeister Christian Baron.

Viele Teilorte, insgesamt rund 2500 Hausanschlüsse, seien „weiße Flecken“ mit Anschlusswerten von unter 30 Mbit je Sekunde, informierte Markus Hofmann. Deren Glasfaser-Erschließung habe sich unter anderem durch den Wechsel des Projektträgers verzögert. Die Neubaugebiete würden alle mit Glasfaser oder dem etwa gleichwertigen Coax-Kabel versorgt. Viele der „grauen Flecken“ mit Anschlusswerten von unter 100 Mbit je Sekunde lägen in der Innenstadt. Ihre Anschlussstärke sei bislang noch gut, entspreche jedoch nicht mehr zukünftgen Erfordernissen. Für sie soll der Ausbau 2023 beginnen. Auch alle Neubaugebiete werden an die Glasfaser angeschlossen, wenn sie es nicht schon sind. Während zum Beispiel das Gmünder Feld III in Herlikofen schon dran ist, soll das Strutfeld II in Bargau bis Herbst angeschlossen werden.

„Notstand“ im Norden

Stadträtin Sigrid Heusel (SPD) zeigte sich enttäuscht, dass nicht schon mehr Schulen an die Glasfaser angeschlossen sind. Herlikofens Ortsvorsteher Thomas Maihöfer sagte, dass gerade in den vier Teilorten im Norden des Stadtgebiets digitaler „Notstand“ herrsche. CDU-Stadtrat Christian Krieg meinte, bisher seien die Erwartungen der Bürger nicht erfüllt worden. Gabriel Baum (Grüne) gab zu bedenken, vor allem Gewerbegebiete, bei denen ebenfalls teilweise noch eine Anschlussstärke von unter 100 Mbit/sec festgestellt worden war, sollten „mit Hochdruck“ ans Glasfasernetz gebracht werden. Stadtrat Sebastian Fritz (Linke) zeigte sich irritiert, dass der Wechsel des Projektträgers einen zusätzlichen Zeitverlust bei der Ausbreitung des schnellen Netzes mit sich gebracht hat. 

Copyright Gmünder Tagespost, 17.02.2022