Zustimmung für eine Innenstadt-​Verbundschule Rauchbeinschule und Schiller-​Realschule

04. Dezember 2014  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Sebastian FritzEiner Verbundschule Innenstadt am Standort der Schiller-​Realschule steht nichts im Weg. Alle Fraktionen in Verwaltungs– und Sozialausschuss signalisierten gestern Zustimmung – wenn zum Teil auch zähneknirschend, mangels einer Alternative. Die größte Diskussion gab’s über den Namen der Verbundschule.

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Schulamtsdirektor Hans-​Jörg Polzer, kurz vor dem Ruhestand, tat gestern frühere Differenzen mit den Gmündern im Blick auf „richtige Probleme im Filstal“ mit großer Geste ab: „Wir stehen voll hinter dem Konzept der Stadt“; eine weise Entscheidung sei getroffen worden. Diese Entscheidung hat der Gemeinderat erst noch zu treffen, aber grundsätzlich in Frage gestellt wird die Einrichtung eines Schulverbundes zwischen der Grund-​und Werkrealschule Rauchbeinschule sowie der Schiller-​Realschule zum Schuljahr 2015/​2016 nicht mehr. Damit will sich die Stadt neben den starken Gymnasien eine stabile „zweite Säule“ aufbauen, um nicht nur alle Schulabschlüsse anbieten zu können, sondern auch nicht jedes Jahr über die Schulen diskutieren zu müssen.
„Rauchbeinschule sowie Schiller-​Realschule sind klare Innenstadtschulen“, so Polzer; für die Innenstadt gelte es unbedingt, weiteres Ausbluten zu vermeiden. Unter den Vorteilen, die gestern auch von den Schulleitern Klaus Offenhäuser und Klaus Dengler erneut genannt wurden, war die Sprachförderung: Künftig werde es möglich sein, das gesamte Angebot der Realschule zu erhalten und um die Fördermöglichkeiten der Rauchbeinschule zu ergänzen. Auch der Innenstadtcampus mit all seinen Möglichkeiten wurde gewürdigt. Offenhäuser meinte, die Realschulen seien über Jahre hinweg stiefmütterlich behandelt worden, Dengler sah die Chancen für Kinder, etwa in der künftigen Orientierungsstufe. Die heftigste Diskussion gestern galt dem Namen der künftigen Schule – dass diese unbedingt die Realschule im Namen führen müsse, verlangte Schulleiter Offenhäuser. Auch Hans-​Jürgen Westhauser riet mit Blick auf die Bildungsplanreform 2016 davon ab, eine andere Bezeichnung zu führen. Christian Baron (CDU) kündigte ein zögerndes „Ja dritter Klasse“ an und griff die Schulpolitik der Landesregierung an, die keine andere Wahl lasse: Er sprach von „hausgemachten, gewollten Problemen“; der jetzige Zusammenschluss sei aus der Not heraus geboren: „Der Fehler steckt im System, nicht in der Bezeichnung.“ Seine These: „Für alle das Gleiche ist für die meisten das Falsche.“ Daniela Maschka Dengler (SPD) erinnerte an die „Abstimmung mit Füßen“. Die Eltern hätten sehr deutlich gemacht, was sie wollten. Ihr Wunsch: „Die Stärkung der Innenstadt möge gelingen.“ Ihr bereiteten die Schülerzahlen Sorgen und sie hoffte, die Ausstattung der Verbundschule werde so attraktiv und zeitgemäß sein, dass sie in Verbindung mit einem guten pädagogischen Konzept der Konkurrenz der Privatschulen gewachsen sei. Weil Unsicherheiten entstanden, erläuterte sie noch einmal den Unterschied zwischen Gemeinschafts– und Verbundschulen.
Gabriel Baum (Grüne) musste ebenfalls nicht überzeugt werden: Gemeinsam lernen, aber eben in unterschiedlicher Geschwindigkeit, bewähre sich vielfach. Konrad Widmann (FW/​FDP) fand, es bleibe nichts, als das Beste daraus zu machen, auch Karin Rauscher (FWF) sprach von Verunsicherung und einer „Verwässerung des Systems“. Von Sebastian Fritz (Linke) hingegen kam ein „klares Bekenntnis“ zum Vorhaben. Bürgermeister Joachim Bläse, der sehr viel Zeit und Arbeit investiert hat, um diese Verbundschule auf den Weg zu bringen, meinte, jetzt sei nur wichtig, „den Eltern zu sagen, dass sie in der Innenstadt richtig sind, dass sie nicht weg müssen“: „Der Name findet sich dann schon.“