Zur richtigen Zeit die Bremse gezogen

22. Juli 2017  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Der Zoff um Gmünds Hallenbad hat am Mittwoch vor einer Woche begonnen. An diesem Tag nagelten Stadtspitze und Stadträte nach dreieinhalb Stunden Sitzung noch 62 Anträge der Stadträte zum Haushalt in gut einer Stunde durch. Der Beobachter fragt sich: Weshalb macht die Verwaltung das? Und: Warum lassen die Stadträte dies mit sich machen?
Mittwoch, eine Woche später: Es geht um ein neues Hallenbad. Um Millionen. Die Stadträte bekommen vormittags für die Sitzung am Nachmittag die Informationen. Sie sollen beraten und eine Woche später beschließen: „den Neubau eines Bades am Standort Gleispark weiterzuverfolgen“ und die am Nepperberg „für einen evtl. Neubau benötigten Flächen zu erwerben“ oder „durch Kaufoption zu sichern“. Dies geht mehreren Stadträten zu schnell. Zu Recht. Zu viele Fragen sind offen: Ist beschlossen, dass ein neues Bad gebaut wird? Ist beschlossen, dass dieses am Gleispark beim Nepperberg gebaut wird? Ist klar, was für ein Bad das sein soll? Ein Bad zum Schwimmen für Bürger, Sportler und Schüler? Mit Sauna? Oder braucht Gmünd ein Spaßbad? Ist klar, dass die Stadt dafür einen Investor will? Oder selbst mit einem Investor baut? Welche Kosten kommen dann auf die Stadt zu? Wie werden die Eintrittspreise sein? Kommt das Bad am Nepperberg, was wird aus der Nepperbergstraße? Eine Sackgasse?
Die Stadtverwaltung sagt, ihr gehe es darum, dass sie in den Ferien weiterarbeiten kann. Sie hätte dazu die Vorlage anders formulieren müssen. Präziser. Sorgfältiger. Offener. Die Stadträte haben die Bremse gezogen. Zur richtigen Zeit. Und damit ihren Job gemacht. Gut so. Michael Länge
© Gmünder Tagespost 21.07.2017 18:11