Zu Entscheidungen stehen

/vol16/share/mosaic/hires/79/ih2y8cge.001SPD und Linke wollen 50 000 Euro für die Friedensschule. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse und die CDU sagen Nein. Sie wollen erst wissen, wofür die Schule das Geld ausgeben will. Zu Recht. Die Stadträte entscheiden an diesem Mittwoch. Bei dieser 50 000-Euro-Frage aber geht es um mehr. Es geht um grundlegende Meinungsunterschiede in der Schulpolitik. SPD und Grüne sagen: Die soziale Herkunft darf nicht länger über Schulabschlüsse entscheiden, die Gemeinschaftsschule ist eine Chance für viele Kinder. Die CDU sagt: Die Gemeinschaftsschule ist Gleichmacherei jenseits natürlicher Unterschiede. Sie zerstört den Bildungsstandort Baden-Württemberg. In diesem Umfeld hat Gmünd Entscheidungen getroffen: 2011 für die Friedensschule als erste Gemeinschaftsschule, 2014 für die Mozartschule als zweite. Man kann nun sinnieren, ob es falsch war, die Friedensschule zur ersten Gemeinschaftsschule zu machen. Und sagen: Die Rauchbeinschule hätte dies werden müssen – des Standorts und der Schülerzahlen wegen. Entscheidungen für Gemeinschaftsschulen aber sind oftmals auch Entscheidungen für einen Schulstandort. So oder so: Die Diskussion ist müßig. Gefällte Entscheidungen müssen sinnvoll umgesetzt werden. Dafür hat die Stadt das Vier-Säulen-Modell mit Friedensschule im Norden, Mozartschule im Osten, Schiller-Real- und Rauchbeinschule in der Innenstadt und Adalbert-Stifter-Real- und Uhlandschule im Süden entwickelt. Und damit einen brauchbaren Ansatz. Auf dem weiteren Weg wird es Schulschließungen geben. Das ist bitter, schafft aber Klarheit. Vor allem für Eltern, die heute zwischen Hauptschule, Werkrealschule, Realschule, Verbundschule, Gemeinschaftsschule, Gymnasium, Berufsschule wählen und ihre Kinder zunehmend auf Privatschulen schicken.

All dies müssen die Stadträte im Hinterkopf haben, wenn sie erneut über 50 000 Euro entscheiden – mit den Angaben der Schule, was sie mit dem Geld macht. Michael Länge

© Gmünder Tagespost 18.03.2014