„Zeiselberg-Investor will mit der Bürgerinitiative sprechen“

Andreas Kunz, der das Gastronomie-Gebäude auf dem Zeiselberg bauen möchte, will mit der Bürgerinitiative (BI) sprechen, die ein Gegenmodell zu seinem Plan vorgestellt hat. Das berichtete FWF-Stadträtin Constance Schwarzkopf-Streit nach einem Gespräch mit dem Gastronomen, der auf dem Bergsporn den bisherigen Biergarten um eine Ganzjahres-Gastronomie ergänzen möchte. In dem Gespräch soll es um die geplante Terrasse und den Wintergarten gehen.

Stanislaus Müller-Härlin, Sprecher der Bürgerinitiative, konnte am Mittwoch in der Sitzung den Gegenvorschlag der BI vorstellen. Die Stadtverwaltung nahm damit einen diesbezüglichen Antrag der FWF-Fraktion auf, der in seinem Sinne sei, wie Oberbürgermeister Richard Arnold sagte. Müller-Härlin zeigte die Visualisierung des Gebäudes mit Satteldach, das der Gmünder Architekt Roman Emberger im Auftrag der BI entworfen hat. Es sei, sagte Müller-Härlin, kein Gegenmodell, sondern ein Konsensmodell. Er appellierte an die Stadtverwaltung, die Ausmaße der beiden Gebäudepläne mit Leergerüsten zu verdeutlichen.

Baubürgermeister Julius Mihm sah in der Neugestaltung des Zeiselbergs einen historischen Schritt. Keine andere Stadt habe einen Aussichtspunkt so dicht am Zentrum. Und der Zeiselberg „gehört zu den Genen dieser Stadt“, so Mihm. OB Arnold erinnerte die Stadträte daran, dass die Neugestaltung drei Elemente habe, die zusammengehören: Bürgerweg, Berg der Kinder und Biergarten.

Mathias Mosses vom Büro LK&P stellte den aktuellen Stand des vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das Gastronomie-Gebäude vor: Es soll 321 Quadratmeter Grundfläche umfassen und teilweise 6,65 Meter hoch sein. Für das Flachdach sei eine Begrünung vorgeschrieben. Um Parksuchverkehr zu vermeiden, sollen auf dem Berg nur Stellplätze für die Mitarbeiter der Gaststätte angelegt werden, nicht für die Gäste.

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft VGW ist Träger des Vorhabens. VGW-Geschäftsführer Celestino Piazza erinnerte daran, dass die Gesellschaft bereits die Genehmigung für den Bau eines Sechs-Familien-Hauses an dieser Stelle gehabt habe. Und er blickte noch weiter zurück: Schon seit dem 18. Jahrhundert sei auf dem Zeiselberg ausgeschenkt worden. Und auch die frühere Gastronomie dort sei deutlich größer gewesen als die jetzige Planung. Die nehme viel Rücksicht auf die Nachbarn. Sie krage um 4,20 Meter über den Hang aus.

Die Meinungen der Fraktionen

Christof Preiß (CDU) zeigte sich vom Modell der BI „total enttäuscht“. Es sei kein Hingucker nicht einmal ein Gastronomie-typisches Gebäude. Die CDU werde dem vom Investor eingebrachten Plan zustimmen – mit einer Einschränkung: Auf dem Dach dürften keine technischen Anlagen zugelassen werden. Die Lüftung komme nicht aufs Dach, sondern übers Treppenhaus, versicherte Celstino Piazza.

Die SPD-Fraktion habe sich noch nicht entschieden, sie werden „sehr intensiv“ diskutieren., sagte deren Sprecher Konrad Sorg. Der Zeiselberg sei städtischer Raum und ganz nah am Marktplatz. Zu berücksichtigen sei auch, dass das Gebäude bis zur Remstal-Gartenschau fertig sein muss.

Der Investoren-Entwurf sei gut, meinte Karl Miller (Grüne). Doch er sei auch deutlich größer als die ersten Versionen. Auch Miller riet Andreas Kunz, sich mit dem BI-Entwurf auseinanderzusetzen.

Susanne Lutz (BL) fand den Entwurf des Investors „interessanter“. Die Gaststätte werde zusammen mit dem Spielplatz eine absolute Attraktion für Gmünd.

Für Constance Schwarzkopf-Streit (FWF) ist das vom Investor geplante Gebäude „zu mächtig“. Sie setzt darauf, dass in den Gesprächen zwischen Investor und BI eine bessere Lösung für Terrasse und Wintergarten herauskommt.

Auch die Linke-Fraktion hofft auf Gespräche mit dem Investor. Ihr Sprecher Sebastian Fritz sagte, dass die Bedenken gegen den Investoren-Entwurf nicht nur ein Thema der direkten Anlieger seien, sondern Unterstützung in der Bevölkerung finden.

© Gmünder Tagespost 25.04.2018 20:39