Zeiselberg als „Leuchtturm“ 2019

team.cynthia.schneiderDas grüne Band der Gartenschau 2014 wird zum Zeiselberg fortgesetzt. Der Gemeinderat hat dieser Idee der Verwaltung am Mittwoch zugestimmt. Dieses „Leuchtturmprojekt“ zur Remstalgartenschau 2019 soll höchstens 750 000 Euro kosten. Oberbürgermeister Richard Arnold präsentierte dem Rat zwei weitere Vorhaben.

Schwäbisch Gmünd. 16 Städte und Gemeinden werden 2019 entlang der 80 Kilometer langen Rems von Essingen bis Remseck eine Gartenschau ausrichten. Gmünd will dafür auf der „erfolgreichen Gartenschau 2014“ aufbauen, sagte Arnold. Den Stadträten will er vor der Sommerpause vorstellen, was die Stadt 2019 vorhat. Drei Projekte nannte er bereits:

In Hussenhofen entsteht „romantisches Dorfleben an der Rems“. Diese soll dort zugänglich gemacht werden.

Zwischen der Leonhardskapelle und dem Salvator soll eine Verbindung erstellt werden, eine nach dem Leidensweg Jesu Christi benannte „Via Dolorosa“. Sie führt durch die Innenstadt, beispielsweise durch die Honiggasse.

Die Verlängerung des grünen Bandes vom Josefsbach über den Sebaldplatz hinauf zum Zeiselberg und wieder hinunter zum Königsturm und übers Deyhle-Areal und die Imhofstraße hinein in die Stadt ist für Arnold das „Leuchtturmprojekt 2019“, ein urbaner Stadtrundgang.
Vom Sebaldplatz aus soll dazu ein Weg auf den Zeiselberg hinauf führen. Dieser soll aussehen wie der Waldentdeckersteg im Taubental. Auf dem Zeiselberg habe es einmal ein Restaurant gegeben, erinnerte der Oberbürgermeister. Der Biergarten, den es jetzt im Sommer dort gibt, werde angenommen, wenn das Wetter gut ist. Arnold stellt sich dort deshalb eine „Verfestigung“, ein Plateau vor. Angelegt werden sollen am Zeiselberg ein Weinberg und ein Kräutergarten. Dafür, sagte Arnold, haben sich Interessenten gemeldet. Die Verwaltung habe über die Vorhaben auch mit Anwohnern des Zeiselbergs gesprochen. Diese seien erfreut über „mehr Leben“ und einer damit verbundenen „sozialen Kontrolle“. Eine Hängebrücke soll vom Zeiselberg zur Gemeindehausstraße führen. Deren Vorbild: die Hängebrücke über den Josefsbach nahe der Waldstetter Brücke. Sicher über die Untere Zeiselbergstraße und über die Königsturmstraße zu gelangen, diese Problempunkte will die Stadt mit der Erschließung des Zeiselbergs anpacken. Dafür braucht’s noch Ideen. Mehr Raum geben will der OB dem Königsturm. Dies bedeutet: am Turm Platz schaffen. Vom Königsturm werden die Besucher aufs Deyhle-Areal geführt, vor dort durch die Imhofstraße, in der im Haus 9 Gmünds älteste Synagoge vermutet wird, zum Kornhausplatz, zum Marktplatz und in die Ledergasse zum Bahnhof. „Im Zentrum stehen der Zeiselberg und die beiden Straßenübergänge“, fasste der OB dieses „bahnbrechende Projekt“ zusammen.
Stadträte aller sechs Fraktionen befürworteten das Vorhaben. Dies sei das „i-Tüpfelchen auf die Gartenschau 2014“, sagte Celestino Piazza (CDU). Er forderte, den Gemeinderat bei der „Feinjustierung“ mitzunehmen. „Naheliegend“ sei es, die Gartenschau 2014 weiterzudenken, sagte Konrad Sorg (SPD). Er begrüßte, dass die Straßenübergänge angepackt werden. Die Entdeckung der alten Synagoge sei ein Glücksfall.
Alle drei Ideen seien spannend, sagte Susanne Lutz (B 90 / Grüne). Der Leonhardsfriedhof sei einer der ältesten in Baden-Württemberg. Und der Wallfahrtsgedanke, sagte die Stadtführerin zur Via Dolorosa, sei in Gmünd immer sehr bestimmend gewesen. Der Königsturm sei einer der schönsten in Gmünd, schwierig seien noch die Verkehrsprobleme an den Straßen. Besonders begrüßte Lutz, dass der „bislang sehr vernachlässigte ehemalige Judenhof“ nun Beachtung erfährt. In dem Viertel habe es eine Mikwe gegeben, ein jüdisches Tauchbad, das in den 90er-Jahren zugemacht worden sei. Dass nun „die Geschichte der Juden in Gmünd aufgewertet wird“, begrüßte Lutz. Heidi Preibisch (Bürgerliste) lobte, dass die Verwaltung mit Bürgern gesprochen habe. Für den Weinberg brauche es ein geologisches Gutachten. „Macht es schön, aber günstig“, gab sie der Stadt mit auf den Weg.
Dr. Constanze Schwarzkopf-Streit (FWF) begrüßte die Ideen, hatte jedoch gehofft, dass die Hängebrücke vom Zeiselberg noch zum Königsturm geführt werde. Er habe dazu eine Vorstellung, sagte dazu Arnold. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse jedoch habe ihn gebremst. Beim Geld setzte auch Cynthia Schneider (Die Linke) an. 750 000 Euro seien ein üppiger Betrag. Sie machte deutlich, dass dies aus ihrer Sicht nicht auf Kosten von Aufgaben wie Schulsanierung oder Hallenbad gehen darf.
zurück
© Gmünder Tagespost 22.06.2016 19:06