Wohnungsnot steigt

08. Juli 2015  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Wohnst du schon oder suchst du noch? In Gmünd wird der preiswerte Wohnraum knapp. Die Nachfrage ist hoch, das Angebot niedrig. Und die Lage wird sich weiter zuspitzen. Zu diesem Schluss kommt die Sozialverwaltung in einer Analyse, die den Mitgliedern des Verwaltungs- und Sozialausschusses vorliegt.

Marie Lisa Schulz

Schwäbisch Gmünd. „Alleinerziehende Mutter sucht Zwei-Zimmer-Wohnung.“ Gesuche dieser Art häufen sich. Bezahlbar sollen die Wohnungen sein – auch mit einem geringen Einkommen. Die Suche gestaltet sich schwierig. Denn preiswerte Mietwohnungen sind Mangelware. VGW und Bauverein zählen über tausend Bewerber, die sich auf die wenigen freiwerdenden Wohnungen melden. „Dadurch ist es insbesondere für benachteiligte Gruppen wie Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen, Menschen mit mit Suchtproblemen oder für verschuldete Haushalte immer schwerer, geeigneten Wohnraum zu bekommen“, heißt es in der Vorlage.
Zudem spitze sich durch den Zuzug von EU-Arbeitskräften und durch die Flüchtlinge die Lage merkbar zu. Wohnungen im oberen Preissegment hingegen seien ausreichend vorhanden. Hier könne der Bedarf gedeckt werden.
Geringes Einkommen – teurer Wohnraum. Auch die Zahl der Wohnungszwangsräumungen sei gestiegen. 19 seien es allein in der ersten Jahreshälfte gewesen, fasst es Hans-Peter Reuter, vom Amt für Familie und Soziales zusammen. Er kennt die Gründe, aus denen solche Notsituationen entstehen können. So haben Mieter, denen beispielsweise eine Wohnung aufgrund von Eigenbedarf gekündigt werde, oftmals Probleme, eine zahlbare Folgewohnung zu finden. „Die Zwangsräumungen sind nur die Spitze des Eisbergs“, weiß Reuter. Welche Probleme die Wohnungsnot noch mit sich bringt, soll in der Sitzung des Sozialausschusses erläutert werden.
Eine schnelle Lösungen für das bundesweite Problem sei derzeit nicht in Sicht, fasst Reuter zusammen. Wohl aber Lösungsansätze. So beispielsweise die Leerstandinitiative, bei der die Stadt potenzielle Vermieter dabei unterstützen will, ihren Leerstand wieder anzubieten. Eine Mietgarantie soll dabei helfen.
Der Verwaltungs- und Sozialausschuss tagt am heutigen Mittwoch, 8. Juli, ab 18 Uhr.