Wohnraum für alle

Der Ortsverband der Linken hatte zu einem weiteren Themenabend in das Gasthaus Römerkastell in die Weststadt eingeladen. Dabei ging es um die Gmünder Wohnbaupolitik und um die Frage, ob die bisherigen Anstrengungen der Stadtverwaltung und der städtischen Wohnbaugesellschaft VGW ausreichen.

Als Referenten waren die beiden Vorstandsmitglieder des Mietervereins Ostalbkreis – Maria Wamsler und Don Bernardo – eingeladen. Zu Beginn erläuterten sie den neuen Gmünder Mietspiegel und zeigten sich erleichtert, dass dieser nun endlich in die Tat umgesetzt wurde um ein Stück mehr Rechtssicherheit und Vergleichbarkeit für die Mieter aber auch für die Vermieter zu erhalten.

Maria Wamsler fand auch lobende Worte für die städtische Wohnbaupolitik: „Die Stadt ist für Häuslebauer in den letzten Jahren sehr attraktiv geworden und strengt sich auch an, im Stadtzentrum von Schwäbisch Gmünd mehr und mehr Wohnungen zu sanieren und zu bauen.“ Gleichzeitig gehen beim Mieterverein immer mehr Beschwerden und Meldungen von Mietern ein, die ihre Mieten beziehungsweise Mietererhöhungen und Nebenkostenabrechnung nicht mehr bezahlen können. Vor allen seien davon Menschen betroffen, die entweder eine gewisse Altersgrenze überschritten haben, Sozialhilfe beziehen oder alleinerziehend sind. Gerade im Bereich der energetischen Sanierung treten diese Fälle immer wieder auf, dass den Mietern vorgerechnet werde, durch die Maßnahme würden Nebenkosten eingespart. Das sei sicherlich richtig, aber oftmals lässt es der Geldbeutel einfach nicht zu, dass die Kaltmiete drastisch erhöht werde. Hier lässt sich in der Stadt auch zunehmend der Trend erkennen, dass wenn Wohnungsneubau entsteht, dass dieser überwiegend zum Verkauf steht und nicht zur Vermietung. Dies führt in der Zwischenzeit zu einer Verknappung am Wohnungsmarkt, die in der Folge zu deutlichen Mietpreissteigerungen führt.

Die beiden Stadträte der Linken – Peter Yay-Müller und Sebastian Fritz – erläuterten dann ihre Initiative im Gemeinderat, wo sie bei den zurückliegenden Haushaltsberatungen die VGW zur Offenlegung ihrer Aktivitäten der letzten Jahre in Sachen bezahlbarem Wohnraum in Schwäbisch Gmünd aufgefordert haben. „Wir sehen die Gefahr dass die Stadt bei all den positiven Entwicklungen der letzten Jahre bestimmte Personengruppen aus den Augen verliert. Dies darf nicht geschehen und daher ist es jetzt dringend geboten, dass auch in der Stadt Schwäbisch Gmünd das Thema bezahlbarer Wohnraum auf die Tagesordnung kommt“, so Peter Yay-Müller. „Wir sehen mit Sorge dass die VGW zunehmend als Investor mit starken Renditeabsichten auftritt und dabei seine soziale Verantwortung als kommunaler Eigenbetrieb vernachlässigt“, so der Stadtrat Sebastian Fritz. Hier müsse etwas geschehen, damit die Stadt Schwäbisch Gmünd eine Stadt für alle sei, die es unabhängig vom Geldbeutel möglich macht guten bezahlbaren Wohnraum bereit zu stellen.