Wohin mit dem Skaterpark?

An der Jugendmeile am Bahnhof befindet sich eine Skateranlage. Diese wird von rund 60 Jugendlichen aus der „Skater-Szene“ in Gmünd gerne genutzt. Seit Längerem gibt es Beschwerden von Anwohnern über den Lärm, der von den jungen Sportlern verursacht werde. Dementsprechend raumfüllend war die Diskussion im Gmünder Jugendgemeinderat um das Thema „Skatermöglichkeiten in Schwäbisch Gmünd“.

Die Skater Aamer Traksel und Dennis Höflacher waren als Gäste zu der Sitzung gekommen und erläuterten ihr Anliegen. Es handle sich bei den Beschwerdeführern über den Lärm um „zwei oder drei Anwohner“. Sie könnten die Beschwerden auch in gewissem Maße nachvollziehen, aber es gäbe in Gmünd „keine akzeptable Alternative“ zum Bahnhof. Aus dem Gremium konnte ein Mitglied von seinen eigenen „Geräuscherfahrungen“ berichte, er sei öfters zu Gast bei Verwandten in der Nähe der Jugendmeile, „das Einzige was zu hören ist, sind die Züge“.

Dennis Höflacher äußerte den Wunsch der Jugendlichen, gerne weiter am Bahnhof ihrem Sport nachzugehen und brachte als alternativen Standort den Schotterparkplatz am Nepperberg ins Spiel, „falls dort kein Hallenbad gebaut wird“. Die Örtlichkeiten am Bahnhof seien ideal auch für jüngere Skater, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind.

Der Leiter des Garten- und Friedhofsamts, Zeno Bouillon, präsentierte die derzeitigen Skatermöglichkeiten in Gmünd. Da sei die Anlage in Unterbettringen, die trotz Oberflächensanierung wieder reparaturbedürftig sei. Diese Anlage sei wegen der schlechten Oberfläche eine „Gefahr für die Skater“, auch die Obstacles – die Hindernisse – seien unbefahrbar, wandte Höflacher ein, zudem sei die Anlage ständig vermüllt. Dies bestätigte ein weiterer Skater: In Bettringen befinde sich eine ursprüngliche „Top-Anlage“, die aber „kaputtsaniert“ worden sei und „ein trauriges Bild für Gmünd“ biete. Die von Bouillon präsentierte Anlage in Wetzgau sei „okay zum normal Skaten“, biete aber nicht die Herausforderung die geübte Sportler suchen.

Als neuer Standort käme eine neue Anlage im Bereich des geplanten Familien- und Freizeitpark auf dem Hardt in Frage, klärte Bouillon auf. Hier sei die Anfahrt für Skater ohne Führerschein zu kompliziert, entgegnete Höflacher.

Wegen der fehlenden Steuereinnahmen von rund 30 Millionen Euro, von denen Oberbürgermeister Richard Arnold bei seiner Begrüßung sprach, sehe er den Neubau einer Skateranlage in den nächsten drei bis fünf Jahren als „unrealistisch“ an, meinte Gemeinderat David Sopp. Aamer Traksel brachte erneut den Schotterparkplatz ins Spiel: „Wenn die Stadt hier etwas Geld investiert, wäre dies auch ein überregionaler Anziehungspunkt für Skater.“ Höflacher betonte erneut, der Zeitpunkt eines Neubaus sei unerheblich, „wenn wir nur in Bahnhofsnähe bleiben können“.

© Gmünder Tagespost 16.07.2020 21:20