Wir sind eine „Dafür-Initiative“

09. September 2017  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Bürgerinitiative Taubental wächst

„Wir sind keine Dagegen- sondern eine Dafür-Initiative. Wir sind nicht gegen das Hallenbad und auch nicht gegen das Pflegeheim Schönblick. Wir sind für die Erhaltung des Taubentalwaldes,“ eröffnete Gerhard Frey das dritte Treffen der Bürgerinitiative Taubental. Rund 40 Personen, darunter viele neue Gesichter, kamen am Mittwoch ins Haus der IG Metall.

Mittlerweile hat sich die Bürgerinitiative Taubental eine Struktur von mehreren Arbeitsgruppen gegeben. Inhaltlich geht es dabei um das geplante Hallenbad, um das Pflegeheim Schönblick, um das Projekt Tanzlinde Lindenfirst und um Fragen des Naturschutzes und Stadtklima.

Der Neubau des Hallenbades war ein Schwerpunkt in der Diskussion. Unklar war bei zu diesem Zeitpunkt, ob die am 13. September angesetzte öffentliche Anhörung zum Hallenbad nun doch wieder abgesetzt werden sollte. Einig waren sich die Teilnehmer, dass eine solche Information dringend geboten sei und dieses Projekt nicht am Bürger vorbei auf den Weg gebracht werden dürfe. Die Grundfrage dabei, ob die Stadt ein Spaßbad brauche, das sie sich aus eigener Kraft gar nicht leisten kann. Möglich wird dies nur mit Hilfe eines privaten Investors. An ihn müsste sich die Stadt 30 Jahre lang binden. Nach bisher bekannten Informationen müsste sie dafür einen Zuschuss von 1,5 Millionen € jährlich an den privaten Geldgeber zahlen. Nach Adam Riese summiert sich dieser Betrag auf 45 Millionen €. Das wäre weit über den tatsächlichen Kosten für den Bau eines neuen Bades. Außerdem seien die Erfahrungen mit Öffentlicher und Privater Partnerschaft (ÖPP) quer durch die Bundesrepublik nicht immer positiv gewesen. Dabei kam es zu nachträglichen Kostensteigerungen, Gerichtsverfahren oder Insolvenzen der Partner. In solchen Fällen hat dann die öffentliche Hand das finanzielle Nachsehen.

 

Einig war sich die Runde, dass für den Bau eines Bades der Nepperberg unangetastet bleiben muss. Das geplante Bad könnte schließlich so konzipiert werden, dass es auch auf dem Gelände des Gleisparks untergebracht werden könne. Und außerdem seien die Standorte im Schießtal entweder in Kombination mit dem bisherigen Bad oder einen Anbau über dem See noch in der Diskussion. Einig war sich die Runde, dass Schwäbisch Gmünd ein neues Hallenbad mit 50 m Becken braucht. Genauso müsse es dabei aber erträgliche Eintrittspreise gehen.

 

Das Thema Naturschutz und Stadtklima wird in den nächsten Jahren noch große Bedeutung erhalten. Darin waren sich die Versammelten einig. Schließlich soll ja der Flächennutzungsplan geändert werden. Dabei wird sicher der Nepperberg in den Focus rücken. Heute sind die Hangflächen mit den Streuobstwiesen, Feldgehölzen und mehreren geschützten Biotopen noch als „Schützenswerter Grünbestand“ bezeichnet. Außerdem steht derzeit im Erläuterungsbericht zum Landschaftsplan: „Von weiteren Baumaßnahmen in der Hangfläche ist abzusehen.“ In der Versammlung kamen Bedenken auf, dass dies möglicherweise bald zurückgenommen werden könnte. Die Bürgerinitiative Taubental will sich aber mit weiteren Aktionen dafür einsetzen, dass „die Gmünder ihren Wald“ auch in Zukunft behalten.