Weniger Emotion, mehr Vernunft

30. Oktober 2018  Gemeinderat, Ortsvorstand, Presse, Redaktion

Vertreter der Linken Schwäbisch Gmünd haben sich aus Sorge um die Zukunft des Kinderklinikbereichs in Mutlangen mit niedergelassenen Kinderärzten zum Austausch getroffen.

Aus Sicht der Linken hat der Ostalbkreis und allen voran Landrat Pavel einen richtigen Weg beschritten. Auf der einen Seite sollen im Sinne einer dezentralen Grund- und Gesundheitsversorgung alle drei Standorte erhalten bleiben und auf der anderen Seite sollen in bestimmen Fachbereichen sogenannte Exzellenzzentren geschaffen werden. Dies hätte viele Vorteile. Für die Bürger im gesamten Ostalbkreis wäre eine gute Versorgung auf vielen Gebieten, trotz einer fehlgeleiteten Gesundheitspolitik auf Bundesebene, die eine Konzentration auf wenige Klinikstandorte zum Ergebnis hat, weiterhin gewährleistet. Aus diesem Grund hat auch DIE LINKE im Kreistag diesem Prozess zugestimmt.
Im Sommer dieses Jahres sind durch Indiskretion Details der vorgesehenen Neustrukturierung an die Öffentlichkeit gedrungen. Dies ist aus Sicht der Linken sehr bedauerlich, da offenbar durch den Druck der Öffentlichkeit in Aalen, der von den Zahlen und Fakten völlig losgelöst aufgebaut wurde, der Landrat eingeknickt ist und eine Entscheidung gefällt hat, für die vor allem standortpolitische und weniger sachliche Gründe ausschlaggebend waren. Die Linken möchten ausdrücklich betonen, dass es ihnen keinesfalls um eine Ost-West-Auseinandersetzung geht. Sie meinen aber aus voller Überzeugung, dass es für den gesamten Ostalbkreis nur von Vorteil wäre, mit dem Ziel einer guten Gesundheitsversorgung für alle, zum ursprünglich begangenen Weg zurück zu kehren.
Die Kinderklinik in Mutlangen, unter Chefarzt Dr. Riedel, leistet eine hervorragende Arbeit, die sich in vielen Disziplinen mit der Universitätsmedizin messen lassen kann. Insbesondere vom Bereich der Frühgeborenen- Versorgung profitiert der gesamte Ostalbkreis. Die Fall- und Qualitätszahlen können sich absolut sehen lassen. Landrat Pavel hat bisher nur die Absicht erklärt, man wolle an Level 1 und 2 in Mutlangen versuchen festzuhalten. Dies ist aber aus Sicht der Linken eine zu unverbindliche Formulierung. Von dieser Entscheidung ist immens viel abhängig. Noch gelingt es der Klinik in Mutlangen genügend qualifiziertes Fachpersonal im Ärztebereich zu gewinnen. Wenn dieser Bereich aber zukünftig erst einmal wegfallen sollte, würde es sehr schwierig. Eine solche Entscheidung würde auch die politische Intention der Schaffung von Exzellenzzentren konterkarieren und vielmehr die Abschaffung eines solchen bedeuten. Allen Bürgern im gesamten Ostalbkreis muss klar sein, dass sehr kleine Frühgeborene dann in Kliniken wie Ulm oder Stuttgart versorgt werden müssten. Dies würde neben einer langen Fahrtzeit auch die Gefahr bedeuten keinen Platz zu bekommen, da der Ansturm auf diese wenigen Standorte immer größer werde. Ebenfalls als sehr problematisch wird die Ankündigung von Landrat Pavel in Bezug auf die Bettenzahl erachtet. Nach dem Protest in Aalen gegen die Priorisierung der Neonatologie in der Mutlanger Kinderklinik ließ er wissen, dass in beiden Städten die Bettenzahlen der Kinderkliniken in erheblichem Maße auf 30 Betten reduziert werde. Im Geschäftsbericht der Kliniken von 2016 ist noch von 45 Planbetten die Rede. Das heißt, in Mutlangen würde die Zahl der Betten in Zukunft deutlich gesenkt werden und dies angesichts der Tatsache, dass die Fallzahlen in den Wintermonaten ohnehin schon sehr hoch sind und sogar manchmal Patienten weitergeschickt werden mussten.
Aus Sicht der Linken wäre es für den gesamten Ostalbkreis dringend geboten, die nun avisierte Entscheidung nochmals zu überdenken und zu dem ursprünglich angedachten Weg, der sich an Zahlen, Daten und Fakten orientierte, wieder zurückzufinden.