Weiter ein großer Bedarf nach Wohnungen

06. Dezember 2018  Gemeinderat, Sebastian Fritz

SCHWÄBISCH GMÜND (rw). 300 000 Euro lässt sich die Stadt in den Jahren 2018 bis 2020 die „Wohnraumoffensive“ kosten, sie führt sie in Kooperation mit dem Landkreis durch. Von den 100 000 Euro für das Jahr 2018 wurden 22000 Euro abgerufen, weitere 10000 Euro sind zugesagt. Über den Stand der „Wohnraumoffensive“ berichtete Hans-Peter Reuter dem Sozialausschuss in dessen Sitzung am Mittwoch.
„Bei uns ist die Wohnungsnotfallhilfe wirklich eine Einheit“, sagte Reuter. Es bestehe eine enge Kooperation mit PFIFF, den Ämtern für Stadtentwicklung, Baurecht und Liegenschaften sowie mit der VGW. Bei der Vergabe von Wohnungen werde sorgfältig vorgegangen: „Wir wählen die Mieter aus, es handelt sich um Wohnungssuchende aus allen Bereichen. Für sie gilt die Frage, ob sie unter Berücksichtigung des Wohnumfelds in die angebotene Wohnung passen.“ Flüchtlinge werden dezentral untergebracht. Die Belange der Vermieter werden berücksichtigt.
OB Richard Arnold hatte beim Neujahrsempfang 2018 die Bürgerschaft aufgerufen, leerstehenden Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Die Haus- und Wohnungseigentümer erhielten einen Flyer mit den Grundsteuerbescheiden. Potenzielle Vermieter können sich an den W-Punkt der VGW oder direkt an das Amt für Familie und Soziales wenden.
Für sie gibt es befristete Mietgarantien, einen Sanierungszuschuss und Unterstützung
bei Formalitäten. Seit dem Aufruf des Oberbürgermeisters wurden der Stadt 150 Wohnungen angeboten, 50 Wohnungen wurden angemietet oder vermittelt. Zwei Drittel der Wohnungen befinden sich in der Kernstadt, ein Drittel in den Stadtteilen. 145 Personen konnten untergebracht werden – „die Menge eines kleinen Wohngebiets“,
so Hans-Peter Reuter. Die Vorlage schlüsselte die angebotenen Wohnungen weiter auf: 14 davon waren ungeeignet, es handelte sich um nicht genehmigten Wohnraum oder der Renovierungsbedarf war zu groß. 57 Wohnungen wurden vom Vermieter anderweitig vergeben. Elf Wohnungen wurden von der Stadt selbst angemietet für die Unterbringung
von Obdachlosen oder Flüchtlingen. Reuters Fazit: Bei weitem nicht alle Wohnungsnotfälle konnten vermittelt werden. „Es besteht weiter ein sehr großer Bedarf an Wohnungen. Mit fehlt bei Neubauprojekten in der Innenstadt günstiger Wohnraum.“ Immerhin sei zu einem Fünftel bislang leerstehender Wohnraum aktiviert worden.
Die VGW solle sich verstärkt sozialem Wohnungsbau zuwenden, forderte Stadtrat Rolf Crummenauer (CDU). Weitere Aufklärungsarbeit sei zu leisten, was auch Sigrid Heusel (SPD) unterstrich, die die Wohnraumoffensive als „Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnete. Christian Baron (CDU) sah in dem von der Wohnraumoffensive abgedeckten Bereich „die vordere Seite einer Problemlage: Wir sind ausverkauft. Es gibt keine Wohnungen mehr.“ Um diese zu schaffen, müsse „jede Handbremse“ gelöst werden. Was Elmar Hägele (Grüne) so nicht gelten lassen wollte: „Es gibt noch leerstehende Wohnungen. Allein in Großdeinbach könnte ich 20 aufzählen.“
Eine erfreuliche Nachricht hatten Dieter Lehmann und Christine Hüttmann:
Das Projekt BIWAQ III in der Oststadt findet eine Fortsetzung: BIWAQ IV legt den Schwerpunkt auf die Digitalisierung. Projektdauer ist bis 2022.