Weg zu einer lebenswerten Altstadt wird konkreter

25. Juni 2020  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Schwäbisch Gmünd. Die Altstadt soll lebenswerter werden. Das hat der Gemeinderat vergangene Woche einstimmig beschlossen. Und die Stadtverwaltung zugleich beauftragt, sich beim Landesverkehrsministerium für das Programm „Kompetenznetz Klima Mobil“ zu bewerben. Mit diesem unterstützen Bund und Land die Kommunen, wirkungsvolle Klimaschutzmaßnahmen im Verkehr umzusetzen. Die Bewerbung steht, gab Bürgermeister Dr. Joachim Bläse am Mittwochabend den Stadträten des Bau- und Umweltausschusses bekannt.

Gmünds Mobilitätsbeauftragte Anja Tamm stellte dem Gremium die Bewerbung vor: „Um die Innenstadt und umliegende Gebiete vom motorisierten Individualverkehr und insbesondere Parksuchverkehr zu entlasten und gleichzeitig klimafreundliche Mobilität zu stärken, soll die gesamte Innenstadt in mehreren Schritten attraktiver, fußgängerfreundlicher und gegenüber dem Autoverkehr restriktiver werden.“ Bewohner der Innenstadt sollen weiterhin Stellplätze anfahren dürfen, die Besucher jedoch gezielt in Parkhäuser am Rande der Altstadt gelenkt werden. Damit diese attraktiver werden, sollen die ersten ein bis zwei Stunden Parken dort gratis sein, zitierte die Mobilitätsbeauftragte aus der Bewerbung.

 

Fahrräder und auch der öffentliche Personennahverkehr hingegen sollen auf den bisherigen Routen durch die Stadt fahren. Der Lieferverkehr soll zeitlich eingeschränkt werden. Die frei werdenden Parkplätze sollen als Lieferzonen oder als Stellplätze für Fahrräder dienen – oder aber zu Grünflächen oder zu Außengastronomie umgestaltet werden. „Gleichzeitig soll die Fußgängerzone deutlich ausgeweitet werden, um die Wohn- und Aufenthaltsqualität für Bewohner, Besucher und Kunden zu verbessern und den Vorrang des Fußverkehrs zu verdeutlichen“, erklärte Anja Tamm. Sie verspricht sich davon weniger Lärm, eine bessere Luft und insgesamt mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt.

 

Begonnen werden soll mit einigen kleineren Gassen, der Gemeinderat hatte sich für die Schmiedgassen als Startpunkt ausgesprochen. „Ein schrittweises Vorgehen erleichtert zum einen die Parkraumkontrolle, zum anderen können Erfahrungen aus vorherigen Maßnahmen berücksichtigt werden“, heißt es in der Bewerbung.

 

© Gmünder Tagespost 24.06.2020 20:38