Weder Mais noch Remmidemmi

28. November 2014  Gemeinderat, Presse, Redaktion
b0cf6adf-5086-486c-9a74-5a843d61cf03.jpg38 Bürger aus Wetzgau-Rehnenhof sind am Gründungsabend der Bürgerinitiative beigetreten, die eine ausschweifende Weiterentwicklung des Bürgerparks verhindern will. Das ist sicher nicht die Mehrheit der Bevölkerung. Doch sie haben Recht: Stadt und Landesgartenschau GmbH haben ihnen etwas völlig anderes versprochen als nun diskutiert wird. Nach 166 Tagen mit Trubel und Verkehrsbelastung, so hieß es, bekämen die Nordstädter einen offenen, ruhigen Park vor der Haustür. Auch die Straße an der Weleda entlang sollte wieder geöffnet werden. Nun will die Stadt von Zaunabbau und Straßenöffnung nicht mehr viel wissen, spricht stattdessen von Adventure-Golf und Veranstaltungsplatz.

Wer seine Meinung so ins Gegenteil verkehrt, sollte das schon deutlicher einräumen.
Andererseits müssen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative darüber einig werden, was sie wollen und realistisch erreichen können. Von drei Millionen Euro ist die Rede, die investiert wurden, um einen schönen Landschaftspark zu schaffen, der während der Gartenschau auch hunderttausenden Besuchern gefallen hat. Diese Entwicklung nun komplett rückgängig zu machen, wäre falsch. Der Beitrag einer Initiativlerin („Wir hatten Natur, jetzt haben wir einen besch. . . Landschaftspark“) war daneben. Einrichtungen wie Wasserspielplatz, Kleintierzüchter und natürlich Himmelsstürmer sind klare Pluspunkte.
Die Frage kann nur sein, womit die Stadtverwaltung den Landschaftspark weiterentwickeln möchte. Einen Veranstaltungspark kann sie Anwohnern, denen sie Ruhe versprochen hat, nicht aufs Auge drücken. Die Maisäcker, die sich manche Anwohner zurückwünschen, wären es auch nicht. Es gilt die Gestaltung für einen Erholungspark zu finden. Dafür aber müssen beide Seiten miteinander reden – und sich nicht nur ihre gegensätzlichen Meinungen vortragen. Wolfgang Fischer

© Gmünder Tagespost 28.11.2014 22:02:08