Was kosten 10 000 neue Einwohner?

Schwäbisch Gmünd. Die Stadtverwaltung wird den Stadträten eine „Gesamtbetrachtung“ der Folgen einer 10 000-neue-Einwohner-Politik vorlegen. Allerdings erst, wenn der Haushalt für das Jahr 2018 steht. Dies sagte Stadtsprecher Markus Herrmann auf GT-Anfrage. Grünen-Stadtrat Elmar Hägele hatte in der jüngsten Gemeinderatssitzung eine solche Gesamtbetrachtung angemahnt. Und dann, nachdem Oberbürgermeister Richard Arnold ihn aufgefordert habe, seine Frage zu „spezifizieren“, diese schriftlich wiederholt. Elmar Hägele und die Fraktion B 90 / Die Grünen wie auch die Linke-Fraktion wollen wissen, welche Kosten auf Schwäbisch Gmünd zukommen, wenn die Stadt 10 000 Einwohner mehr hat. Und in welchem Verhältnis diese Kosten zu höheren Einnahmen bei der Einkommensteuer stehen, die die Stadt durch mehr Einwohner hat.

Eine ähnliche Frage hatte auch die CDU-Fraktion in den Haushaltsberatungen im Frühjahr 2017 gestellt: Sie beantragte eine „Gesamtstrategie für den Einwohnerzuwachs“. Dabei betonte die CDU-Fraktion, dass sie die Überlegungen der Verwaltung, verstärktes Bauen voranzutreiben, kreative Ideen für neue Quartiere zu ermöglichen und neue Baugebiete in den Ortsteilen zu schaffen, für richtig hält. Die CDU-Fraktion will aber wissen: Wieviele Einwohner sieht die Verwaltung in welchem Quartier, welche Auswirkungen hat ein neues Wohnbaugebiet auf Kindergärten, Verkehr, Infrastruktur?

Eine sehr komplexe Diskussion

In den Haushaltsberatungen 2017 hatte die Verwaltung den Stadträten diese Gesamtbetrachtung als Teil des Strategiekonzepts Gmünd 2020 zugesagt. Dies sei erst möglich, wenn der Haushalt 2018 steht, sagte dazu nun Gmünds Stadtsprecher. Zudem verwies Markus Herrmann darauf, wie schwierig eine solche Gesamtbetrachtung ist. Die Stadt müsse eine Infrastruktur vorhalten, ob für mehr oder für weniger Einwohner. Wird zum Beispiel ein neues Buswartehäuschen gebaut, wird dieses dann der bestehenden Einwohnerzahl oder den neuen Einwohnern zugerechnet. Deshalb sei dies eine sehr komplexe Diskussion, sagte Herrmann, der schließlich auf Oberbürgermeister Richard Arnolds Aussage im Rat verwies: Am Ende beiße die Maus keinen Faden ab, Gmünd brauche das Mehr an Einwohnern.

© Gmünder Tagespost 01.11.2017 21:39