Warnung vor weiterem Spaßbad

08. Dezember 2017  Gemeinderat, Presse, Redaktion
Hallenbad Bürgerinitiative Taubental sieht sich durch Veröffentlichung des Bundes der Steuerzahler bestätigt.
Schwäbisch Gmünd. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) warnt vor weiteren Spaßbädern im Großraum Stuttgart und bezieht dabei ein neues Spaßbad in Gmünd ausdrücklich mit ein. Dies geht aus einem Bericht der BdSt-Zeitschrift „Der Steuerzahler“ im Dezember hervor. In diesem verweist der BdST darauf, dass diese Bäder „in der Regel ein Defizit verursachen“, das von den Steuerzahlern zu tragen sei. Zudem befürchtet der BdSt, dass die hohe Bäderdichte einen Konkurrenzkampf auslöst, der zusätzliche Lasten für den Steuerzahler verursacht. „Der Steuerzahler“ listet dabei Bäder in Stuttgart, Filderstadt, Fellbach, Backnang, Winnenden, Bad Urach, Göppingen, Böblingen und Leonberg auf. Zwar sei in Gmünd die Diskussion noch nicht abgeschlossen, doch es sei „nicht unwahrscheinlich, dass in Gmünd der nächste Badetempel entstehen könnte“, heißt es in „Der Steuerzahler“. Bei Bädern im Eigentum der Gemeinde solle alles unternommen werden, um Zuschüsse aus öffentlichen Kassen möglichst gering zu halten. Dies versuchten viele Kommunen, indem sie in den Bädern ein attraktives Angebot vorhielten. Dies könne aus Sicht der einzelnen Kommune vernünftig sein, sorge so für ein geringeres Defizit. Die Frage sei aber, „wie sich das neue Angebot in der Region auswirkt“. Die Frage beantwortet der BdSt selbst: „Durch den Bau eines weiteren Bades droht daher die Gefahr, dass eine Investitionsspirale in Gang gesetzt wird.“ Jedes Bad werde versuchen, seine Attraktivität zu steigern. Dies verlagere Besucherströme. Was wiederum neue Investitionen auslöse. Der BdSt sieht die „Gefahr eines ‘Wettrüstens’ mit steigenden Defiziten über Jahre hinaus“. Die Investitionsspirale droht laut „Der Steuerzahler“ durch ein Spaßbad in Gmünd an Fahrt zu gewinnen. Dies sei ein Wettkampf um Besucher, den Gemeinden nicht gewinnen könnten. Für „durchaus begründbar“ hält der BdSt die Finanzierung eines Bades durch eine Kommune, „wenn es um das Schwimmen oder den Sport geht“. Wellnessoase oder Spaßbad hingegen gehörten nicht zu öffentlichen Aufgaben. Dies könnten Private besser.Die Bürgerinitiative (BI) Taubental sieht sich durch den BdSt in der Kritik am geplanten Spaßbad bestätigt. Die BI befürwortet ein kommunales Hallenbad mit 50-Meter-Bahn, lehnt aber den Bau eines Spaßbades durch einen privaten Investor ab.

© Gmünder Tagespost 08.12.2017 12:57