Verwaltungs– und Sozialausschuss berät über Bildungsentwicklungsplanung für die Stadt Schwäbisch Gmünd

06. Dezember 2012  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Die Bildungsentwicklungsplanung für die Stadt Schwäbisch Gmünd war am Mittwochabend Thema in der gemeinsamen Sitzung des Verwaltungs– und Sozialausschusses. Klaus Arnholdt, Leiter des Amts für Bildung und Sport der Stadt Schwäbisch Gmünd, sprach von einer Ist-​Analyse, auf deren Basis versucht werden soll, für die Stadt Gmünd einen Weg zu finden.

Gesamtschulen, die Konkurrenz durch Privatschulen, G 8/​G 9 – es gibt vieles, was bei der Weiterentwicklung und Fortschreibung der Bildungslandschaft berücksichtigt werden muss. Arnholdt nannte es als vorrangiges Ziel, die Bildungsbiographie von Beginn an zu betrachten und nannte als positives Beispiel das Modellvorhaben „Bildungs– und Familienzentrum Hardt“.

Vor allem stand gestern die Frage nach der Umsetzung eines zweigliedrigen Schulsystems im Mittelpunkt der Diskussion. Gekommen war auch Schulamtsleiter Hans-​Jörg Polzer (das Staatliche Schulamt Göppingen ist für die Umsetzung verantwortlich), der deutlich zum Ausdruck brachte, wie wichtig für den Standort Gmünd eine zeitnahe Entscheidung ist. So könne es, meinte er, künftig vermehrt zu einer Abwanderung von Gmünder Schülern kommen, wenn in Waldstetten und Heubach Gemeinschaftsschulen entstünden.

Polzer nannte für Gmünd drei Möglichkeiten: Die Eingliederung der Werkrealschulen in die Realschulen; der Verbund von Werkrealschulen und Realschulen oder die Überführung beider Schularten in eine Gemeinschaftsschule. Bei der Festlegung von Schulstandorten müsste (für das Schuljahr 2014/​2015) die Antragsstellung bis zum 1. Oktober 2013 erfolgen. „Es wäre vermessen, sich jetzt schon auf ein Modell festzulegen“, so Polzer, der in diesem Zusammenhang auch darauf aufmerksam machte, dass beispielsweise der Antrag auf eine Gemeinschaftsschule an der Friedensschule nicht unbedingt die Sicherung des Standortes bedeute. „Klar ist, dass eine Verschlankung kommt“, so Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, der bat, nun in die erste Stufe einzusteigen und Zahlen sowie Modelle genauer zu betrachten. „Alles unkonkret und unsicher“, meinte Christian Baron (CDU). Die Schulpolitik leide darunter, dass es alle zwei Jahre ein neues Modell gebe. Die dritte Variante (Überführung beider Schularten in eine Gemeinschaftsschule) sei die schwierigste, „weil sie das gesamte gewachsene Standortsystem über den Haufen wirft“. Die Zweigliedrigkeit, so meinte Daniela Maschka-​Dengler (SPD) sei aus pädagogischer Sicht zu begrüßen. Die Stadträtin, die zugleich Rektorin der Friedensschule ist, bat, die lokalen Bildungslandschaften unabhängig von der Parteiensicht zu gestalten. Für eine schnelle Entscheidung ist auch Brigitte Abele (Grüne): „Wir können mit der Dreigliedrigkeit nicht warten auf den St. Nimmerleinstag.“ Auch könne es nicht sein, dass nur die Friedensschule eine Gemeinschaftsschule werde.

„Alle paar Wochen werden neue Säue durchs Dorf getrieben“, gab es kritische Töne von Konrad Wiedmann (Freie Wähler/​FDP). Im Moment habe man zu wenig konkretes, um irgendetwas festzustellen; „das endet nur in Verunsicherung der betroffenen Eltern und Schüler“.

Es gebe noch jede Menge Hausaufgaben, meinte auch Karin Rauscher (Freie Wähler Frauen). Man müsse Schülerströme untersuchen und schauen, wo Bildungszentren vorhanden seien. Auch bei der Sekundarstufe sieht sie noch viele offene Fragen.

„Wir müssen endlich aktiv in den Schulprozess eingreifen“, so Sebastian Fritz (Linke), der sich für mehr Gemeinschaftsschulen in Gmünd aussprach. Am 19. Dezember wird der Bildungsentwicklungsplan Thema im Gemeinderat sein.