Verdrehung der Tatsachen

Der Vorstand der Linken Schwäbisch Gmünd wundert sich sehr über die Äußerungen des CDU-Stadtrates Christian Baron. Dieser hat der Bürgerinitiative Taubental im Gemeinderat erneut vorgeworfen, sie hätte den Hallenbadneubau verhindert. Außerdem sei sie schuld daran, dass dadurch weiter unnötig CO2 verschleudert werde.

Der Vorstand teilt mit, dass eine solche Äußerung natürlich völliger Unsinn sei und keinesfalls der Realität entspreche. Vielmehr sollte die CDU der Bürgerinitiative dankbar sein, denn nur durch deren Initiative für einen Bürgerentscheid sei deutlich geworden, dass eine große Zahl an Bürgerinnen und Bürgern ein solches Bad nicht wollen und das Regierungspräsidium den eingeschlagenen Weg, aufgrund der hohen Verschuldung der Stadt, ohnehin nicht mitgegangen wäre. Dass das jetzige Bad nicht mehr zukunftsfähig sei, habe auch die Bürgerinitiative nicht bestritten. Nicht zuletzt wegen der schlechten Energiebilanz. Um den Klimaschutzzielen gerecht zu werden, habe die Bürgerinitiative deshalb ein Bad in Passivhausstandard und kompakter Bauweise vorgeschlagen. Dass aber jetzt die CDU ihr Lieblingsprojekt, das Investorenbad, als zukünftigen Heilsbringer bei der CO2-Bilanz der Stadt darstellt, entspreche nicht den Tatsachen. Vielmehr sei es so, dass das angedachte Investorenbad den aktuellen energetischen Minimalstandards entsprochen hätte und daher keinesfalls ein zukunftsträchtiges Projekt gewesen wäre. Von den sehr hohen Eintrittspreisen und dem Pleiterisiko mal ganz abgesehen. Durch das sehr weitläufige Gebäude und vor allen Dingen durch den Bau in den Nepperberg hinein wäre es vielmehr ein abschreckendes Beispiel dafür gewesen, was die nachkommenden Generationen ausbaden hätten müssen. „In Zeiten der Klimaerwärmung und mit der Erkenntnis, dass die Frischluftversorgung der Stadt bei zukünftigen Planungen berücksichtigt werden muss, wäre dieser Riegel an der Hanglage Nepperberg eine Katastrophe gewesen“, so Joachim Denke.

Andrea Pitschmann, eine Sprecherin der Bürgerinitiative Taubental und Kandidatin auf der offenen Liste der Linken, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das von der BI vorgeschlagene Bürgerbad nach dem Vorbild des Passivhaus-Hallenbades Bambados realisiert werden sollte. Das von Stadtverwaltung und CDU im Gemeinderat hingegen favorisierte Investorenbad sollte konventionell gebaut werden, hätte damit etwa 80% mehr CO2-Emissionen freigesetzt. „In der Diskussion um den Bau des Hallenbades hat die CO2-Bilanz für die CDU bislang überhaupt keine Rolle gespielt und wird jetzt im Wahlkampf dazu benutzt, um die Bürgerinitiative wieder einmal zu diskreditieren“, so die Einschätzung von Andrea Pitschmann. Und weiter erklärt sie: „Eine falsche Behauptung wird dadurch nicht richtiger, wenn sie von verschiedenen Seiten gebetsmühlenartig wiederholt wird.“

DIE LINKE hat sich von Anfang an gegen ein solches Investorenbad ausgesprochen, da die damit verbundenen Risiken für die Stadt enorm gewesen wären. „Wir werden uns nach der Kommunalwahl für ein kommunales Kombibad am Standort Schießtal einsetzen, das ein gutes Angebot mit sozialen Eintrittspreisen und einer nachhaltigen Bauweise als Grundlage hat“, so Alexander Relea-Linder. Der Ortsverband hat sich ebenfalls stark in der Bürgerinitiative engagiert und für diesen Vorschlag sehr viel Zustimmung aus der Bevölkerung erhalten. „Quer durch alle Altersgruppen und Parteizugehörigkeiten haben wir eine große Unterstü zung erfahren; offenbar weiß man dies auf Seiten der CDU und versucht nun die Initiative gezielt zu diskreditieren“, so Peter Yay-Müller abschließend.