Unterstützung trotz eines hohen Preises

Die Linke verknüpft das Ja zum Technologiepark ASPEN mit einem klaren Nein zu Amazon

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Die Stadtverwaltung hat am vergangenen Mittwoch das Projekt eines „nachhaltigen Industriegebiets auf der Grundlage eines Wasserstoffkompetenzclusters“ (Projekt „H2 ASPEN Greater Stuttgart) vorgestellt.
Ort der neuen Technologieanlage wäre das Aspenfeld. In Aussicht gestellt wurden zunächst 1000, später bis zu 3000 neue Arbeitsplätze. In einer Presseerklärung nimmt Die Linke nun wie folgt ihre Position im Hinblick auf die Abstimmung am Mittwoch
im Gemeinderat ein: Vor allem zwei Gründe sprechen für diese Projektidee: Zum einen ist Schwäbisch Gmünd durch den Wegfall zahlreicher Arbeitsplätze insbesondere wegen des Stellenabbaus der Bosch AS dringend auf neue Arbeitsplätze angewiesen. Zum anderen kann eine forcierte Weiterentwicklung der Wasserstofftechnologien einen wichtigen Beitrag dazu leisten, weltweit CO2-Emissionen zu reduzieren und die Klimaziele der UN für 2030 doch noch zu erreichen.
Der Preis, den Schwäbisch Gmünd dafür zahlen würde, wäre freilich groß: Eine Fläche von 35,5 ha, die jetzt noch landwirtschaftlich genutzt wird, würde in ein großes Industriegebiet umgewandelt und großenteils versiegelt, die auf dem Gügling schon bestehende Verriegelung würde fortgesetzt, die Kaltluftzufuhr für Gmünd weiter eingeschränkt und unsere ohnehin schon überlastete Infrastruktur zusätzlich in Anspruch genommen. Der global wichtige Beitrag zum Klimaschutz wäre auch mit massiven regionalen Beeinträchtigungen verbunden.
Die Fraktion Die Linke bindet darum ihre grundsätzliche Unterstützung dieses Projekts an Bedingungen und erwartet
von der Stadtverwaltung die entsprechende Zusicherung:
Kommt der Technologiepark nicht zustande, bleibt das Aspenfeld unberührt; schon vollzogene Grundstückskäufe werden rückgängig gemacht.
Alle dort neu ansiedelnden Firmen und Institutionen werden vertraglich gebunden, dort in der Hauptsache im Bereich „Grüner Wasserstoff“ zu forschen, zu entwickeln oder zu produzieren.

Die Stadtverwaltung legt das von uns schon lange geforderte Gesamtkonzept vor, aus dem hervorgeht, welchen Beitrag unsere Stadt zur Eindämmung des Flächenverbrauchs künftig leistet und insbesondere auf Ausnutzung welcher „Potentialflächen“ sie verbindlich verzichten wird.
Abschließend schreibt Die Linke in ihrem gestern veröffentlichten Positionspapier: „Wer mit „grünen“ Argumenten für einen nachhaltigen Technologiepark wirbt und zugleich einer Ansiedlung von Amazon das Wort redet, ist unglaubwürdig. Darum erwarten wir von unserem Oberbürgermeister außerdem die umgehende und verbindliche Zusicherung,
dass Amazon vom Tisch ist.“

Copyright Rems Zeitung, 14.12.2020