Ums Stöckle soll gleich richtig kommen

Schwäbisch Gmünd. Doch kein Provisorium. Die Mehrheit des Bau- und Umweltausschusses des Gmünder Gemeinderates ist dafür, dass das Verkehrskonzept Ums Stöckle gleich richtig kommt. Das, nachdem die Stadträte die Stadtverwaltung im Dezember beauftragt hatten, ein Provisorium für dieses Einbahnstraßensystem im Bereich Königsturmstraße, Klösterlestraße, Untere Zeiselbergstraße und Sebaldplatz zu erarbeiten.Dieses Provisorium stellte Tiefbauamtsleiter Jupp Jünger am Mittwoch vor: Der Abbau von Ampeln, mit Asphalt verfüllte Verkehrsinseln aus Plastik, Licht für die insgesamt 22 neuen Verkehrsüberwege, ein neuer Fahrbahnbelag unter anderem für die Untere Zeiselbergstraße. Dies und einige Punkte mehr summieren sich auf 1,184 Millionen Euro für das Provisorium. Falls es sich nicht bewähren sollte, würde ein Rückbau rund 830 000 Euro kosten.

Bürgerliste-Sprecher Ullrich Dombrowski hatte sich von dem Provisorium genau das erhofft: Es sollte aufzeigen, dass Ums Stöckle nicht funktioniert. Ausgangspunkt dessen sei aber gewesen, dass Jupp Jünger die Kosten fürs Provisorium auf 300 000 Euro veranschlagt habe. Die jetzige Planung sei jedoch kein Provisorium, sondern zum Teil ein Vollausbau. „Das war nicht die Aufgabe“, kritisierte er, „im Deutschaufsatz hätte es geheißen: Thema verfehlt“.

Provisorium nicht vertretbar

Hier griff Oberbürgermeister Richard Arnold ein: Der Gemeinderat habe die Stadtverwaltung beauftragt, das Provisorium „unter realen Bedingungen“ zu planen. Nichts anderes habe Jupp Jünger gemacht. Angesichts dieser Kosten sei ein Provisorium als Test nicht vertretbar, sagte Dombrowski.

Auch Befürworter von Ums Stöckle wollen kein Provisorium mehr. „Wir sind überzeugt, dass Ums Stöckle das richtige Verkehrskonzept ist“, sagte CDU-Stadtrat Thomas Kaiser, „zumindest vom Grundsatz her – Kleinigkeiten muss man vielleicht noch ausbauen“. Daher brauche es keine Testphase. Das Konzept solle vielmehr gleich richtig umgesetzt werden. Dies würde laut grober Kalkulation rund 6,6 Millionen Euro kosten, sagte Jupp Jünger. Die Stadtverwaltung werde Zuschüsse dafür beantragen. Um Zeit für eine richtige Umsetzungsplanung zu haben, soll Ums Stöckle erst nach der Remstal-Gartenschau 2019 real werden, sagte Kaiser. Und: Das Konzept müsse eingebettet werden in ein Gesamtverkehrskonzept, durch das der Verkehr in der Stadt flüssiger werde und von außen weniger Verkehr in die Innenstadt fließe. Kaiser schlug konkrete Punkte dafür vor und bat die Stadtverwaltung, diese zu prüfen und gegebenenfalls schnell umzusetzen:

  • In der Oberbettringer Straße müsse die Bushaltestelle bergauf so verlegt werden, dass sie neben der Fahrbahn liege und Busse nicht länger den Verkehr blockieren.
  • Der Glockekreisverkehr solle zwei Spuren bekommen – sowohl von der Oberbettringer Straße als auch von der Königsturmstraße her. So seien Rückstaus zu minimieren.
  • Die Heidenheimer Straße und die Buchauffahrt brauchen eine Ampel, damit der Verkehr von Bettringen über die Heidenheimer Straße besser auf die Buchauffahrt fahren könne.
  • Am Verteiler Ost der B 29 brauche es in Fahrtrichtung Gmünd eine richtige Einfädelspur, damit der Verkehr einfacher auf die B 29 gelange.
  • Die Weilerstraße in Unterbettringen soll eine neue Verkehrsregelung erhalten. Wer dort – nahe des Lindenhofs – Richtung Bargau und Buchauffahrt fährt, soll Vorfahrt haben.

„Die Vorschläge sind gut“, sagte SPD-Stadtrat Konrad Sorg. Und: Ums Stöckle nur zum Test zu bauen, „da könnten wir das Geld gleich verbrennen“. Er lobte die CDU, dass sie „nun doch zur Einsicht gekommen“ und für Ums Stöckle sei. Dem schloss sich Grünen-Stadtrat Karl Miller an: „Wir brauchen kein Provisorium, wir sind überzeugt, dass es funktioniert.“ Dr. Constance Schwarzkopf-Streit von den Freien Wähler Frauen merkte an, dass Ums Stöckle 10 000 statt bislang 2000 Autos in die Sebaldstraße bringe. Das sei den Leuten, die dort leben, nicht klar. Linke-Fraktionssprecher Sebastian Fritz sagte: „Dem Weg können wir folgen, dass wir den Zuschussantrag stellen und Ums Stöckle zu einem späteren Zeitpunkt umsetzen.“

Der Gemeinderat soll am kommenden Mittwoch, 31. Januar, darüber entscheiden. Die Sitzung beginnt um 16 Uhr im Rathaus.

© Gmünder Tagespost 24.01.2018 21:29