Ums Stöckle ohne Testlauf

Schwäbisch Gmünd. Beim Verkehrskonzept Ums Stöckle verzichtet die Stadt auf einen Testlauf. Das hat der Gemeinderat am Mittwochabend beschlossen. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse fasste in der Gemeinderatssitzung zusammen: Im Dezember hatte der Gemeinderat auf Antrag der CDU-Fraktion beschlossen, ein Provisorium für Ums Stöckle zu planen. Als Testlauf für das Einbahnstraßensystem ab der Königsturmstraße, in der Klösterle-, der Sebald- und der Unteren Zeisebergstraße. Nachdem die Stadt dem Bauausschuss im Januar die Planung samt der Kosten von rund 1,184 Millionen Euro vorgelegt hatte, war der Tenor unter den Stadträten, das Verkehrskonzept doch gleich endgültig umzusetzen. Dem stimmte der Gemeinderat nun zu – als erster von insgesamt fünf Punkten eines Beschlussantrages der Verwaltung, die der Gemeinderat am Ende bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung beschloss.

Zuschüsse beantragen

Die Stadt will für Ums Stöckle Zuschüsse beim Land beantragen. Dafür muss sie die Pläne für das Verkehrskonzept bis 30. Oktober 2018 beim Regierungspräsidium (RP) Stuttgart vorlegen, erklärte Joachim Bläse. Nach der Rückmeldung des RP wolle die Verwaltung 2019 die Zuschussanträge einreichen. Auch das segnete der Gemeinderat mit seinem Beschluss ab.

Anträge prüfen

Punkt drei: Die Stadtverwaltung soll die Anträge zu Ums Stöckle prüfen, die aus den Gemeinderatsfraktionen gekommen waren. Die CDU-Fraktion will, dass auch gleich der Verkehr an der Rosenstraße beim Königsturm neu geregelt wird: Fahrer sollen dort künftig nur noch nach rechts gen Westen, aber nicht mehr nach links zum Glockekreisverkehr fahren dürfen. Ziel ist, dass mehr Verkehrsteilnehmer über den Kalten Markt und die Vordere Schmiedgasse abfahren, hatte CDU-Stadtrat Thomas Kaiser im Vorfeld der Gemeinderatssitzung erklärt.

Die Fraktion der Linken im Gemeinderat möchte, dass in die weitere Planung für die Neuordnung im Bereich Ums Stöckle die Planung von Radwegen und Schutzstreifen aufgenommen wird.

Die Freien Wähler Frauen wollen einen Inneren Ring verwirklicht wissen, der gänzlich abweicht vom bisherigen Konzept Ums Stöckle.

Insel für Fußgänger

Eine Querungshilfe soll Fußgängern künftig den Weg über die Untere Zeiselbergstraße bei der Grünanlage am Sebaldplatz zum Zeiselberg erleichtern. Das Fußwegkonzept unter anderem mit dieser Querungshilfe soll noch vor der Remstal-Gartenschau 2019 real werden. Das hatte der Gemeinderat im Dezember beschlossen. Die Grüne-Fraktion beantragte jedoch, diese Querungshilfe einzusparen, da sie ohnehin später für Ums Stöckle zurückgebaut werden muss. Dafür soll gleich eine Einbahnstraßenregelung kommen. Bläse versprach zu prüfen, ob es hier Einsparpotenzial gibt. Danach wird die Stadtverwaltung – Punkt vier des Beschlusses – die Aufträge für das Fußwegkonzept ausschreiben.

Der Verkehr ringsum

Der fünfte Beschluss innerhalb der einen Abstimmung im Gemeinderat: Die Stadtverwaltung soll die Vorschläge der CDU-Fraktion prüfen, die das Ziel haben, den Verkehr in der Innenstadt insgesamt flüssiger zu machen:

  • In der Oberbettringer Straße soll die Bushaltestelle bergauf so verlegt werden, dass sie neben der Fahrbahn liegt und Busse nicht mehr den Verkehr blockieren.
  • Der Glockekreisverkehr soll zweispurig werden, ähnlich wie der Baldungkreisel.
  • Die Einmündung Heidenheimer Straße in die Buchauffahrt soll kurzfristig eine Ampel, langfristig einen Kreisverkehr bekommen. Dies soll vermeiden, dass Verkehrsteilnehmer auf der Heidenheimer Straße über die Oberbettringer Straße und den Glockekreisel in die Stadt fahren.
  • Am Verteiler Ost der B 29 soll in Fahrtrichtung Schwäbisch Gmünd eine Einfädelspur angelegt werden.
  • Wer auf der Strümpfelbachstraße von Weiler Richtung Unterer Haldenhof und Bargau fährt, soll künftig Vorfahrt haben. So soll der Verkehr nicht nach Bettringen, sondern auf die Buchauffahrt und auf die Ortsumfahrung Bargau geführt werden.
  • Ein Lastwagen-Fahrverbot soll Schwerlastverkehr vom Bereich Sebaldplatz, Untere Zeiselbergstraße sowie Konrad-Baum-Kreuzung fernhalten.
© Gmünder Tagespost 31.01.2018 21:49