Über Zumutungen

20. Juli 2018  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Wir beginnen mit Kritik. Sechs Stunden Ausschusssitzungen, wie am Mittwoch, sind für Stadträte eine Zumutung.
Wir machen weiter mit Lob. Klasse, dass Gmünds wunderbar im Herzen der Stadt gelegenes Kino endlich vollendet wird. Super, dass an den Wohnungen an der Stadtmauer – mit dem bemerkenswerten Wohnturm – ein Knopf dran ist. Das sind Impulse. Die Wohnbebauung ist eine Chance für, wie manche Gmünder die Schmiedgassen nennen, „Klein-Istanbul“. Dass dort endlich eine vorzeigbare Anbindung des Modeparks an den Marktplatz entsteht. Der „Traumpalast“ ist eine Chance für die Winkel zwischen Bocks- und Ledergasse. Dass dort Neues entsteht. Oder Bruchbuden saniert werden.
Wir kritisieren nochmal. Kein Blick auf die Woche ohne Hallenbad. Ein Freizeitbad sei dies für ihn, sagt CDU-Stadtrat Christof Preiß. Kein Spaßbad. Was, bitteschön, ist der Unterschied zwischen Freizeit und Spaß? Vom Spaßbad war ganz am Anfang die Rede. Heute wollen Bad-Befürworter davon nichts mehr wissen. Weil der Begriff in einer zunehmenden „Spaß“-Gesellschaft zunehmend negativ besetzt ist. Man darf das Kind aber ruhig beim Namen nennen.
Wir loben nochmal. Klasse, die Bürgerinitiative Taubental. Sachlich trugen ihre Vertreter ihre Zahlen für ein städtisches Bad ohne Investor vor. Und stießen beim – fairen – Oberbürgermeister Richard Arnold auf offene Ohren. Die Diskussion zeigt: Ein Investorenbad geht nicht ohne Risiko. Gut, dass dies einmal so deutlich formuliert wurde. Alles andere wäre Augenwischerei. Am Ende entscheiden die Stadträte. Investorenbad? Städtisches Bad? Oder die Räte entscheiden, dass die Bürger entscheiden. Über Investorenbad? Städtisches Bad? Über Risiken. Womit wir wieder bei der Zumutung wären. Diesmal aber nicht für die Räte. Sondern für die Bürger. Michael Länge

© Gmünder Tagespost 20.07.2018 19:15