Tunnelfilter für Gmünd

25. November 2010  Redaktion
Im Grunde genommen ist’s ja gar kein Streitpunkt, denn quer durch die Bevölkerung und durch alle Parteien vor Ort fordern ja alle die sofortige Realisierung des Pilot- und Forschungsprojekts Gmünder Tunnelfilter. Doch diese klare Überzeugung der Bürger- und Wählerschaft scheint noch nicht in den Ministerien in Stuttgart und Berlin angekommen zu sein.

Das muss sich jetzt ändern! So die Position der interkommunalen Initiative „Pro Tunnelfilter“, verstärkt nun durch ein Aktionsbündnis aus Kommunalpolitikern und Bürgern, überwiegend aus dem Stadtbezirk Wetzgau-Rehnenhof, denen ja unmittelbar der bislang filterlose Abluftkamin für die 2,2 Kilometer lange B-29- Ortsdurchfahrt („Tunnel in Tallage“) vor die Nase gesetzt wird. Vor einem Jahr haben nicht nur Oberbürgermeister Richard Arnold sowie die Ortsvorsteher, sondern auch die Bürgermeister aus den benachbarten Gemeinden Mutlangen, Alfdorf, Göggingen, Iggingen und die Abgeordneten die „Lindenfirst-Erklärung“ unterzeichnet, mit der sie namens der Bevölkerung die Umsetzung des umwelttechnologischen Zukunftsprojekts fordern. Um diesen Appell an die zuständigen Ministerien in Stuttgart und Berlin zu untermauern, wird nun am Donnerstag, 2. Dezember, um 19 Uhr im Forum Schönblick auf dem Rehnenhof eine Bürgerversammlung stattfinden. Eine Vielzahl von Experten wird dazu eingeladen, damit eine kompakte Übersicht zum Stand der Dinge und auch ein klares Votum gegenüber den staatlichen Stellen gelingt. Die Initiative beruft sich ja hierbei auch auf Regierungserklärungen von Ministerpräsident Stefan Mappus höchstpersönlich, der Baden-Württemberg zum 1a-Standort für Umwelttechnologien machen möchte und im Zusammenhang mit Stuttgart 21 die Technikfeindlichkeit und die Skepsis eines Teils der Bürgerschaft gegenüber der Ingenieurskunst angeprangert hat. Dabei will die Bevölkerung im nördlichen Gmünder Raum doch genau das Gegenteil: Sie fordert ja ein Zukunftsprojekt und spricht dem Können der Ingenieure in Sachen Tunnelfilter das Vertrauen aus. Auch Vertreter des Christlichen Erholungsheims Schönblick, der Firma Weleda und des Stauferklinikums Schwäbisch Gmünd in Mutlangen sollen bei der Versammlung zu Wort kommen, die sich allesamt ja „in Sichtweite“ des Tunnelkamins mit seinem Feinstaub- und Abgasausstoß befinden. Selbstverständlich, so beschreibt namens der Veranstalter Walter Wentenschuh, werde man auch einen Sprecher des Regierungspräsidium einladen. Dort wird versichert, dass die Mehrbelastung der Luft und des Bodens durch die Schadstoffe rund um den Kamin kaum messbar sei. Mit Hilfe des vorgesehenen Gebläses werden laut RP Abgase und Stäube in eine solche Höhe befördert, dass eine gefahrlose Verteilung der Tunnelabluft über dem Norden Gmünd gewährleistet sei.
Dies wiederum wird von anderen Experten angezweifelt, die von einer Uralt-Methode sprechen, die ganz gewiss nicht mehr in die Zeit von Umweltzonen, Plaketten-/Nachrüstpflicht für Autos und Luftreinhalte-Aktionsplänen passe.
Auch der SWR hat sich angekündigt, um eine Fernsehreportage über den Kampf der Bürger für das Technologieprojekt Tunnelfilter zu erstellen.
Diese Vorankündigung ist erschienen in der Rems Zeitung vom 24. November 2010.