Themenabend bezahlbares Wohnen

IMG_1266Der Ortsverband der Linken Schwäbisch Gmünd diskutierte kürzlich im gut gefüllten Nebenzimmer des Gasthauses Neue Welt das Thema bezahlbares Wohnen. In seiner Einführung erläuterte der Fraktionsvorsitzende der Linken, Sebastian Fritz, die Entwicklung auf dem Gmünder Wohnungsmarkt. Dabei verdeutlichte er, dass durch die vielen Bautätigkeiten in Schwäbisch Gmünd, der Mietpreis immer weiter steige und es so immer mehr Bürgerinnen und Bürger schwer falle, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Insbesondere Alleinerziehende, Studenten und ältere Menschen hätten bei Zuzug oder Wohnungsverlust große Schwierigkeiten, Wohnraum zu finden. Hier sieht die Fraktion der Linken im Gmünder Gemeinderat die Stadt und ihre städtische Tochter VGW in der Pflicht. Bei der Vorstellung der geplanten Tätigkeiten in diesem Segment wurde deutlich, dass das Thema bei den Verantwortlichen zwar angekommen sei, aber es noch viel zu wenig passiere. Als Gäste waren an diesem Abend die Vorsitzende des Mietervereins Ostalb, Maria Wamsler und das weitere Mitglied Don Bernardo anwesend. Maria Wamsler sprach in ihrem Bericht von einer Art Goldgräberstimmung auf dem Wohnungsmarkt, wo immer mehr Eigentümer versuchen, innerhalb vom bestehenden Mietvertrag eine heftige Erhöhung zu erzielen. Es würden sich auch immer mehr Mitglieder an sie wenden, wo der Vermieter nach einer gescheiterten Mieterhöhung, Eigenbedarf anmelden würde. „Wir vom Mieterverein beobachten das mit großer Sorge, denn insbesondere Mieter mit einem kleinen Einkommen haben hier oft das Nachsehen“, so Maria Wamsler. Allein bei der VGW sind aktuell 800 Bürgerinnen und Bürger auf der Warteliste, ähnlich sieht es beim Gmünder Wohnbauverein aus. Auch sie bestätigt, dass das Thema bei den Verantwortlichen angekommen sei, aber mit den aktuellen Maßnahmen könne dieser Bedarf nicht gedeckt werden. Gleichwohl betonte sie aber auch, dass das Thema des bezahlbaren Wohnens nicht allein den Kommunen überlassen werde und da wurde in den zurückliegenden Jahren auf übergeordneter Ebene viel zu wenig unternommen.
Der Kandidat der Linken für die Bundestagswahl, Alexander Relea-Linder, ging im weiteren Verlauf auf die Forderungen im anstehenden Wahlkampf ein. Die Linke fordere neben dem Stop von Wohnraumprivatisierung vor allen Dingen eine Wohnraumoffensive für das bezahlbare Wohnen. „Der Bund und die Länder müssen endlich die Kommunen finanziell in die Lage versetzen, mehr Wohnraum in diesem Segment zu schaffen. Herr Schäuble hat Rekordeinnahmen und anstatt dieses Geld weiter zu geben, werde über die Erhöhung des Wehretats nachgedacht“, so Relea-Linder.
Im anschließenden Gespräch, ging es um die Möglichkeiten, was vor Ort unternommen werden kann. Die anwesenden Mitglieder der Fraktion der Linken kündigten an, in den nächsten Haushaltsberatungen, einen mit dem Mieterverein abgestimmten Vorschlag zum Handeln auf kommunaler Ebene einzubringen.