Taubental-Rodelbahn vom Tisch

Sebastian-FritzDie Rodelbahn im Taubental ist endgültig vom Tisch. Der Gemeinderat folgte am Mittwoch mit großer Mehrheit dem Vorschlag der Verwaltung, von dem Projekt „mit Blick auf die öffentliche Diskussion“ Abstand zu nehmen. Für diesen Vorschlag stimmten 44 Stadträte, sieben waren dagegen (und damit für die Rodelbahn), zwei Stadträte enthielten sich.

 

MICHAEL LÄNGE

Schwäbisch Gmünd. Der Vorschlag der Verwaltung enthielt weitere Punkte: Eine Projektgruppe soll gemeinsam mit Naturschutzverbänden alternative Standorte für eine Rodelbahn prüfen. Diesem Vorschlag folgten die Fraktionen CDU und Freie Wähler / FDP mehrheitlich, SPD und Grüne stimmten überwiegend dagegen.

Zudem sollten die Stadträte die Stadtverwaltung beauftragen, ein Konzept für die „nachhaltige Sicherung des Taubentals und des Landschaftsparks Wetzgau“ durch eine Trägergesellschaft entwickeln zu lassen. Und der Gemeinderat sollte die Auffassung des Jugendgemeindrates stützen, dass die Stadtverwaltung weitere Angebote für Jugendliche prüfen und umsetzen solle. Den meisten Stadträten kamen diese beiden Punkte zu überraschend. Denn sie hatten die Vorlage direkt zur Sitzung erhalten. Deshalb lehnte es der Gemeinderat mit großer Mehrheit ab, über diese beiden Punkte zu entscheiden.

Vor der Abstimmung über die Rodelbahn im Taubental erläuterte Michael Schlichenmaier als Vertreter der Stadtverwaltung nochmal den Verlauf der Diskussion und beantwortete nach dem Bürgerinfotag vom vergangenen Samstag offen gebliebene Fragen.

„Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, begann Celestino Piazza (CDU) seine Stellungnahme. Die CDU-Fraktion habe den Abwägungsprozess begrüßt, dies sei man dem Investor und den Taubental-Anwohnern schuldig gewesen. Die Fraktion habe Verständnis für die Anwohner, auch in Anbetracht der vielen Baustellen und Veränderungen derzeitig in Gmünd. In der Diskussion sei es jedoch „nicht immer unverkrampft“ zugegangen, wenn man zum Beispiel als Stadtrat angegriffen werde. Er würde sich wünschen, dass Naturschutzverbände sich auch so verkämpfen würden wie beim Taubental, wenn Windräder in die Landschaft gestellt würden, sagte Piazza und forderte eine sachliche statt ideologische Debatte. Die CDU wolle keine Entscheidung gegen die Bürger treffen, fasste er zusammen, betonte jedoch, dass die Nachhaltigkeit für Wetzgau schon Thema sei.

Die Diskussion habe gezeigt, wie das Taubental den Bürgern ans Herz gewachsen ist, sagte Sigrid Heusel (SPD). Die geplante Rodelbahn sei zu nah am Weg, zu nah an Biotopen, zu nah am Naturatum, zu nah am Meditationsweg gewesen. Sie dankte den Naturschutzverbänden für ihr Engagement. Die SPD-Fraktion stimme einstimmig gegen die Rodelbahn im Taubental.

3500 Unterschriften in weniger als zehn Tagen sprächen Bände, sagte Elmar Hägele (B 90 / Grüne). Er widersprach Piazza: Die Stellungnahmen der Naturschutzverbände seien alles andere als ideologisch. Hägele lehnte eine Projektgruppe für alternative Rodelbahnstandorte ab. Diese binde Energie, die anderweitig gebraucht werde. Er skizzierte, dass mit den Elektromobilen bei der Gartenschau in acht Stunden etwa 2700 Personen transportiert werden können. Hägele rechnet jedoch mit 6000 Besuchern am Tag. Deshalb schlug er einen Bus als Express-Shuttle von Gmünd nach Wetzgau vor. Man müsse sich stärker mit dem Transport der Gäste vom Erden- ins Himmelreich befassen.

Die Äußerungen der Rodelbahn-Gegner seien vor der Rodelbahn-Konzeption gekommen, sagte Ullrich Dombrowski (FW / FDP). Dies habe eine sinnvolle Diskussion erstickt. Seine Fraktion wolle einen Workshop und hoffe auf weitere Impulse für eine Verbindung von unten nach oben. Die Äußerungen zur Rodelbahn waren ein „großer Aufschrei“, sagte Karin Rauscher (FWF), für ihre Fraktion sei klar gewesen, dass sie die Rodelbahn gegen der Willen der Bürger nicht wolle. „Ende gut, alles gut“, kommentierte Sebastian Fritz (Die Linke) den Vorschlag der Verwaltung.

© Gmünder Tagespost 03.07.2013