Tafelladen braucht Unterstützung

Bildschirmfoto 2016-01-31 um 18.23.30Der Kandidat zur Landtagswahl der Linken Alexander Relea-Linder und der Ersatzkandidat und Fraktionsvorsitzende im Gmünder Gemeinderat Sebastian Fritz waren kürzlich im Gmünder Tafelladen zu Besuch. Dabei machte der Geschäftsführer Stefan Witzke auf die prekäre Situation des Gmünder Tafelladens aufmerksam.

Um im Tafelladen einkaufen zu können benötigt jede Kundin, jeder Kunde einen Ausweis und bei dessen Ausstellung wird die Bedürftigkeit überprüft. Die Zahl der Ausweise sei in letzter Zeit auf fast 3.400 angestiegen.

Durch die Menschen die aus den Krisengebieten derzeit zu uns kommen, wird diese Zahl aber weiter steigen. Stefan Witzke machte auch deutlich, dass es meist Eltern von Familien sind, die zum Einkaufen kommen. Im Schnitt geht Stefan Witzke von vier Personen aus, die auf einen Einkaufsausweis angewiesen sind. Das wären dann fast 14.000 Personen in der Gmünder Raumschaft, die aufgrund ihrer Lebenssituation auf den Tafelladen angewiesen sind. Die Zunahme der Kunden und die gleichzeitige Umstellung der Supermärkte auf veränderte Bestellsystem der Waren stellt den Tafelladen vor große Probleme, so Witzke. Die Bereitschaft der Supermärkte Lebensmittelspenden weiterzugeben sei nach wie vor groß, doch würden diese anders als früher kalkulieren und so bleibe weniger Ware für den Tafelladen übrig. Dies könne der Tafelladen durch eine enge Kooperation unter den verschiedenen Tafeln noch etwas ausgleichen, aber immer öfter gehen die Kunden enttäuscht aus dem Laden.
Die Kostensituation hat im Tafelladen im vergangenen Jahr zu einem Minus im fünfstelligen Bereich geführt. Neben der Miete müssen die LKW und das Personal bezahlt werden. „Wir versuchen durch kreative Lösungsansätze und durch Spenden die Kosten in Griff zu bekommen, aber es wird zunehmend schwieriger“, so Witzke. Der Landtagskandidat der Linken Alexander Relea-Linder zeigte sich überrascht über die große Anzahl an Kunden. „Wir leben in einem vergleichsweise reichen Land und haben so viele Menschen die arm sind und sich Lebensmittel in einem normalen Laden nicht mehr leisten können. Das ist eigentlich ein Skandal“, so Relea-Linder. Der Fraktionsvorsitzende Sebastian Fritz kündigte eine Initiative im Gmünder Gemeinderat auf Übernahme der Mietkosten durch die Stadt an. „Diese prekäre Situation der Menschen ist auf die Hartz 4 Gesetzgebung von Rot Grün im Bund zurückzuführen, die die Menschen in die Armut treibt. Es ist sicherlich nicht die ureigene Aufgabe der Stadt diese Kosten zu übernehmen, aber wenn die Gmünder Tafel schließen müsste, wäre dies ein großer Verlust für diese Menschen“, so Relea-Linder. Außerdem betonen beide, dass die zunehmende Zahl der Menschen aus Krisenregionen, und damit die Zahl der berechtigten zum Einkauf im Tafelladen, nicht dazu führen dürfe, dass der Eindruck entstehe, dass dies zum Schließen des Ladens führt. „Wir dürfen als offene Stadt, die die Willkommenskultur lebt nicht zulassen, dass Menschen, die auch auf diese Hilfe angewiesen sind den Eindruck bekommen, zurückgestellt zu werden“, so Relea-Linder abschließend.