Tafelladen besucht

Mitglieder des Ortsvorstandes und der Fraktionsvorsitzende der Linken besuchten den Tafelladen von Schwäbisch Gmünd. Zahl der Kunden weiterhin konstant hoch. Umstellung auf die städtische Bonuscard ist in vollem Gange.

Kürzlich besuchten Mitglieder des neugewählten Ortsvorstandes der Linken und der Fraktionsvorsitzende, Sebastian Fritz, den Geschäftsführer des Gmünder Tafelladens, Steffen Witzke. Dabei erfuhren die Gäste, dass die Zahl der Bezugsberechtigten weiterhin bei 3.500 bis 4.000 liegt. Genau ließe sich dieses derzeit nicht sagen, da aktuell die Umstellung auf die von den Linken im Gmünder Gemeinderat beantragte Bonuscard läuft. Diese bietet neben der Berechtigung im Tafelladen einzukaufen, auch verschiedene Ermäßigungen in den Bereichen Freizeit, Konsum und Bildung. Ziel ist es, eine Teilhabe am kulturellen, sportlichen und sozialen Leben in der Stadt zu ermöglichen. Täglich kämen aber zwischen 250 und 300 Kunden und wenn man bedenke, dass da immer noch Familien mit dranhingen, seien das insgesamt viele Menschen in der Stadt, die auf den Tafelladen angewiesen sind. „Aktuell ist die Beschäftigungssituation noch gut, wenn sich aber die Konjunktur weiter abschwächt, muss auch von einer steigenden Zahl der Kunden ausgegangen werden“, so Vorstandsmitglied Freya Zanek. Diese Aussicht sei aus Sicht vom Geschäftsführer Steffen Witzke keine erfreuliche, denn die Menge von Waren, die dem Tafelladen Woche für Woche angeboten werde, sei nicht steigend, sondern verringere sich eher. Daher sei der Tafelladen weiterhin dringend auf Spenden durch die Supermärkte in der Region angewiesen. Manchmal habe das auch zur Folge, dass Waren nur sehr kurz haltbar seien. Leider führe dies dann dazu, dass Waren nicht mehr komplett verkauft werden könnten und entsorgt werden müssten. Hier würde sich Steffen Witzke eine Ausnahmeregelung für die Tafeln wünschen, dass entgegen der aktuellen Gesetzgebung in Baden Württemberg verdorbenes Obst, Gemüse oder Backwaren auch in Biogasanlagen entsorgt werden dürften. Andernfalls entstehen ihnen wieder Entsorgungskosten, was das eh schon geringe Budget weiter strapaziere. Außerdem wäre es den Tafeln eine große Hilfe, wenn das Gesetz wie in Frankreich übernommen werden könnte, wonach die aussortierten Waren in den Supermärkten zuerst den Tafeln und im Anschluss an weitere Interessenten verteilt werden müssten. Die Vorstandsmitglieder und der Fraktionsvorsitzende sagten zu, diesen Wunsch an die regionalen Abgeordneten und die Bundesfraktion weiterzugeben.

 

Schreiben an die beiden Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis:

 

Sehr geehrter Herr Lange,
sehr geehrter Herr Barthle,

kürzlich haben wir vom Ortsvorstand der Linken (Pressemitteilung anbei) den Gmünder Tafelladen besucht. Herr Witzke und sein Team leisten hier eine wichtige und engagierte Arbeit, die es Menschen, nach Prüfung ihrer Bedürftigkeit ermöglicht, günstig an Lebensmittel zu gelangen. Das Budget des Tafelladens ist sehr begrenzt bzw. eigentlich zu gering. Dennoch gelingt es Herrn Witzke und seinem Team mit viel Kreativität und Improvisation immer wieder, einen Grundstock an günstigen Lebensmitteln anbieten zu können. Die Spenden nehmen aber in den letzten Monaten und Jahren ab und die Situation wird zunehmend schwierig. Daher möchten wir Sie freundlich bitten, sich die gesetzlichen Regelung in Frankreich, wonach die Tafelläden bei den Lebensmittelspenden durch die Supermärkte prioritär behandelt werden, anzuschauen und nach Möglichkeit nach Deutschland zu übertragen.