Stellungnahme von Joachim Denke zu Bosch

23. Januar 2017  Ortsvorstand, Presse, Redaktion

Bildschirmfoto 2015-10-30 um 08.41.57Natürlich ist es für Politiker aus industrienahen Parteien immer schwierig, in einer wirtschaftlich
florierenden Zeit, Stellenabbaupläne wie bei Bosch in Schwäbisch Gmünd öffentlich zu rechtfertigen.
Was aber der Landtagsabgeordnete Scheffold am Wochenende via Lokalpresse von sich gab, schlägt
doch dem Fass den Boden aus.
Da steht z.B. geschrieben, dass der Stellenabbau durch Altersfluktuation erfolgen soll. Als ob in den nächsten 3 Jahren 800 Menschen bei Bosch in den Ruhestand gehen. Wie hoch müsste dann der Altersdurchschnitt der Belegschaft sein ?
Vielmehr wird es zu massiven betriebsbedingten Kündigungen kommen. Und hinter jeder Kündigung steht eine Existenz und in der Regel eine Familie. Darüber sollte Herr Scheffold mal nach denken, statt von einem sehr abgewogenen und langfristigen Konzept zu reden.
Und auch die versprochenen 300 neuen Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung sind erstens Mal noch nicht vorhanden und zweitens nur für hochqualifizierte Menschen gedacht. Nicht jeder aber erfüllt diese Voraussetzungen.
Überall auf der Welt reagieren momentan Menschen ängstlich und flüchten zu Hauf zu fragwürdigen Heilsprediger vermehrt aus der rechten Ecke. Manchmal nicht verwunderlich, angesichts des zügel- und hemmungslos globalen Agieren der Finanz- und Großindustrie. Auf den Altären von Wachstum und Profit werden nicht nur lang erkämpfte soziale und gesellschaftliche Errungenschaften und Standards geopfert, sondern auch Natur und Umwelt und damit unsere Lebensgrundlagen. Das ist die wahre Geisel unserer Zeit. Und Politiker wie Herr Scheffold machen diese noch salonfähig.