Stellungnahme Bezahlbares Wohnen

Sebastian FritzSehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Kolleginnen und Kollegen,

ausgelöst durch den Stadtumbau und die Landesgartenschau wurde unter anderem auch der Wohnungsmarkt aus dem Dornröschenschlaf erweckt. An vielen Stellen der Stadt entstehen gehobene Wohnmöglichkeiten. Gleichzeitig laufen wir Gefahr, dass der hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum nichts entgegen gesetzt wird.

Maria Wamsler, die Vorsitzende vom Mieterverein teilt diese Ansicht und hat diese auch in einem Interview in der Gmünder Tagespost vom 8.3.2015 so wiedergegeben. Außerdem hat Hans Peter Reuter vom städtischen Amt für Familie und Soziales öffentlich gesagt, dass es für nicht so einkommensstarke Bürger in Gmünd zunehmend schwierig wird, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Auch die Gewerkschaft IG Bau hat in einer Pressemitteilung vom 28. Mai diesen Jahres auf einen Bedarf im Ostalbkreis von mindestens 5.100 neue Wohnungen in den kommenden fünf Jahren hingewiesen. Weiter wurde betont, speziell den bezahlbaren Wohnraum im Blick zu haben!

Aber auch im persönlichen Gespräch bei unserem Themenabend mit Alleinerziehenden wurde uns davon berichtet, dass es zunehmend schwieriger wird eine Wohnung, die bezahlbar ist, zu finden. Ebenfalls Besorgnis erregend ist die Zahl derer, die auf den Wartelisten für eine Wohnung in diesem Segment zu finden sind. In der Vorlage wird die VGW erwähnt, wo 1000 Menschen auf der Warteliste zu finden sind. Aber auch der Bauverein Schwäbisch Gmünd berichtet von einer hohen Zahl an Interessenten, die nach gutem bezahlbarem Wohnraum suchen.

Die eben geschilderten Daten und Aussagen sollten aus unserer Sicht zu einem Umdenken führen um neben den gehobenen Wohnmöglichkeiten auch wieder mehr geförderten Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Die Landesregierung hat im Koalitionsvertrag die Problematik ebenfalls erkannt und angekündigt 50.000 geförderte neue Wohnungen zu schaffen. Dies ist angesichts der angespannten Lage im ganzen Land ein Tropfen auf den heißen Stein und aktuell liegen sie mit ca. 30.000 weit hinter dem eigenen gesteckten Ziel. Die entstandenen Wohnungen sind vor allen Dingen in den dichten Ballungsgebieten entstanden und die Umlandkommunen haben das Nachsehen. Aber darauf zu setzen, dass es das Land regeln muss, ist uns zu wenig.

Daher fordern wir die Stadtverwaltung auf, nach Möglichkeiten zu suchen, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und dem Gemeinderat bzw. dem VGW Aufsichtsrat zeitnah Vorschläge zu machen!