Stadträte signalisieren: Kein Turbokreisel am Glocke-Kreisel

Aus dem Glocke-Kreisel wird vermutlich kein Turbokreisel. Stadträte der Fraktionen Bündnis 90 / Die Grünen, SPD, Linke und Freie Wähler Frauen sprachen sich am Mittwoch gegen einen solchen Ausbau des Kreisels aus. Ausgangspunkt der Diskussion war, durch den Ausbau dieses Kreisverkehrs den Verkehr in Oberbettringer Straße, Buchstraße, Baldungstraße und Königsturmstraße flüssiger zu machen. Die Stadträte diskutierten den Glocke-Kreisel gemeinsam mit einem Ausbau der westlichen Buchstraße.

Bei der Buchstraße begrüßten die Fraktionen, was Bürgermeister Dr. Joachim Bläse vorstellte. Die Straße soll auf beiden Seiten einen Gehweg behalten. Auf der Südseite soll es Parkplätze geben. Und vor diesen einen Radschutzstreifen. Die Verwaltung hatte dabei geprüft, ob der Ausbau der westlichen Buchstraße und der Ausbau des Glocke-Kreisels förderfähig seien. Das Regierungspräsidium hatte dies signalisiert. Bläse erläuterte den Stand beim Glocke-Kreisel. Werde dieser ausgebaut wie bislang vorgesehen, kommen Autos zügiger durch. Radfahrer jedoch können den Kreisel nicht mehr benutzen. Sie müssten die Unterführung benutzen und dafür von der Gemeindehausstraße mit einer Querungshilfe über die Oberbettringer in die Wilhelmstraße und zur Unterführung geleitet werden. Dagegen hatte sich bislang der Agenda-Arbeitskreis Mobilität und Verkehr ausgesprochen.

Mit der Planung der Buchstraße sei die CDU-Fraktion einverstanden, sagte Thomas Kaiser (CDU). Für den Glocke-Kreisel wolle die CDU eine Optimierung. Sie sehe diese Maßnahme als Teil eines Gesamtkonzeptes einer Innenstadt ohne Ampeln. Dazu gehört für die CDU auch die geplante Verkehrsführung „Ums Stöckle“. Kaiser regte auch an, die Idee von Fahrradstraßen wieder aufzugreifen, bei denen das Auto dem Fahrrad untergeordnet. Kaiser kann sich dies von der Schwerzerallee bis in die Oststadt vorstellen.

Ich sehe dafür keine Mehrheit.

OB Richard Arnold zum
Ausbau des Glocke-Kreisels

„Wir müssen die Verkehrswende auf kommunaler Ebene hinkriegen“, sagte Ina Neufeld (Grüne). Sie verwies auf Kopenhagen mit 34 Prozent Autos und 29 Prozent Rädern. Wenn man das sehe, brauche man keinen Turbokreisel mehr. Die Unterführung am Glocke-Kreisel sei jetzt schon zu eng, sagte Karl Miller (Grüne). Die Stadt müsse den Fuß- und Radverkehr oberirdisch mitdenken. Am Freitag hätten in Gmünd mehr als 300 Radler demonstriert, dass sie mehr Platz wollen. Der Verkehr in Gmünd müsse so gestaltet werden, „dass Radfahren attraktiver wird“. Würden die Pläne so fortgeschrieben, würden die Grünen nicht zustimmen, weil Radler nicht genügend berücksichtigt würden.

„Wir wollen keinen Turbokreisel“, sagte Tim-Luka Schwab (SPD). Autos würden bevorzugt, Räder vernachlässigt. Deshalb lehne die SPD den Ausbau des Glocke-Kreisels ab. „Es muss Vorrang geben für Fußgänger, ÖPNV und Radfahrer“, sagte Prof. Dr. Andreas Benk (Linke). Das Gegenteil sei der Fall. Er schlug vor, die Buchstraße auszubauen und den Glocke-Kreisel sein zu lassen. „Auch wir lehnen einen Turbokreisel ab“, sagte Dr. Constanze Schwarzkopf-Streit (FWF). Ullrich Dombrowski (BL) befürchtete, dass beim ausgebauten Glocke-Kreisel der Bypass zur Baldungstraße schnell verstopft sei. Und er wies darauf hin, dass Kopenhagen nicht auf Gmünd zu übertragen sei.

Er sehe keine Mehrheit für den Glocke-Kreisel, sagte OB Richard Arnold. Weshalb die Stadtverwaltung zur Förderung in Stuttgart nur die Buchstraße anmelde. Über Glocke-Kreisel und Buchstraße entscheidet der Gemeinderat.

© Gmünder Tagespost 25.09.2019 21:27