Stadt will Kappelgasse von der hohen Zahl an Bussen befreien

13. November 2020  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Fünf Wege, die Zahl der Busse in der Altstadt zu verringern, hat die Stadtverwaltung am Mittwochabend den Stadträten des Bauausschusses vorgestellt. Die Vorschläge kommen aus den Reihen des Gemeinderates. Ziel sei es, sagt Alexander Trautmann von der Bauverwaltung, weniger Busse in der Kappelgasse zu haben. Denn die würden von Händlern, Anwohnern und Fußgängern als Belastung wahrgenommen.

Die Überlegungen für weniger Busse in der Innenstadt sind Teil des Projektes „Lebenswerte Altstadt“ der Stadt und des Gemeinderates. Mit dem Projekt soll die Altstadt mehr Charme bekommen, Wohnen attraktiver werden, Lärm weniger, Grün mehr, der Handel soll Impulse bekommen und die Wende in der Mobilität ist im Blick. Mit den Schmiedgassen wollen Stadt und Stadträte dabei beginnen. Ausgangspunkt ist, dass jeden Tag gut 1000 Busse durch die Kappelgasse fahren. Berührt sind davon die Hintere Schmiedgasse mit 450, die Vordere Schmiedgasse mit 400 und der Kalte Markt mit 250 Busbewegungen. Mehrere Stadträte haben deshalb Vorschläge gemacht, um die Zahl der Busse zu reduzieren.

  • Vorschlag 1: Linke-Stadtrat Sebastian Fritz regt an, Busse aus der Hinteren Schmiedgasse in Remsstraße und Fischergasse zu verlagern. Die Konsequenz: Nur noch 550 Busse fahren durch die Kappelgasse.
  • Vorschlag 2: Sebastian Fritz baut dabei auf Vorschlag 1 auf: Auch der Individualverkehr wird aus der Hinteren Schmiedgasse herausgenommen. Damit wird diese zur Straße für Fußgänger, Radfahrer und Gastronomen. Radler sollen in beide Richtungen fahren dürfen. Fritz könnte sich zudem vorstellen, den Kalten Markt und die Vordere Schmiedgasse in Teilen auch vom Individualverkehr zu befreien. Einfahrt und Ausfahrt ins City-Center-Parkhaus sollen jedoch blieben.

Das Ziel sind weniger Busse in der Kappelgasse.

Alexander Trautmann,
Bauverwaltung
  • Vorschlag 3: In der Remsstraße soll eine der drei Spuren nur für Busse, Taxen und Radfahrer sein. Dieser Vorschlag von BL-Stadtrat Alexander Hamler baut auch auf Vorschlag 1 auf.
  • Vorschlag 4: Grünen-Stadtrat Thomas Krieg will beim Leonhardsfriedhof eine Relaisstation einrichten, eine Umsteigestation. Dort steigen Buskunden in größere Busse. In der Innenstadt sollen nur noch kleine und möglichst E-Busse fahren. Dies im 5-Minuten-Takt. Damit führen am Tag nur noch 480 Busse durch die Kappelgasse.
  • Vorschlag 5: Grünen-Stadtrat Gerhard Medinger sieht die Hintere und die Vordere Schmiedgasse von der Bürgerstraße bis zum Höferlesbach am Kalten Markt als Fußgängerzone. Für die Schmiedgassen regt er an, nur noch eine Bushaltestelle auf Höhe des „Kronprinzen“ zu haben. Ob dann Busse über die Hintere Schmiedgasse aus der Altstadt hinausfahren, ist offen. Fürs Parkdeck Rems könnte Medinger sich ein dreistöckiges Parkhaus vorstellen, das in den Schmiedgassen wegfallende Parkplätze ausgleicht.

Die Vorschläge werden die Stadträte nun in den Fraktionen diskutieren. Dann werden sie in der Steuerungsgruppe des Altstadt-Projektes mit Vertretern aus Handel, Gastronomie, Tourismus, Stadtwerken, Wohnwirtschaft und Interessensgruppen diskutiert, bevor erneut die Bürger eingebunden werden.

© Gmünder Tagespost 12.11.2020 18:12