Stadt übernimmt Imhofstraße 9

Schwäbisch Gmünd. Die Stadt übernimmt von der Stiftung Heiligenbruck die ehemalige Synagoge in der Imhofstraße 9 für den symbolischen Preis von einem Euro. Das hat der Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats am späten Mittwochabend einstimmig beschlossen.

Die Stiftung, das sagte Oberbürgermeister Richard Arnold, hätte das Denkmal auf Dauer so nicht halten können. Kurzfristiges Ziel sei die statische Sicherung, die bis zu 60 000 Euro kosten kann. Zur Remstal-Gartenschau werde das Gebäude integraler Bestandteil des Stadtrundgangs.

Stadtarchivar Dr. David Schnur sieht in der Imhofstraße 9 nicht nur ein Baudenkmal aus dem 13. Jahrhundert, das die Geschichte der jüdischen Minderheit erzähle. Das Haus sei auch so wertvoll, weil es Ähnliches im südwestdeutschen Raum nicht gebe.

Wie die Stadt langfristig mit dem Gebäude umgehen, welche Nutzung das Denkmal erlauben wird, das will Richard Arnold mit den Bürgern diskutieren. Wichtiger Ansprechpartner ist für ihn der Freundeskreis, der zurzeit entsteht. Treibende Kräfte sind Susanne Lutz, Daniela Maschka-Dengler und Inge Eberle. Sie schilderten den Räten ihre Intension, das Projekt zu unterstützen. Dabei fiel immer wieder der Name Ortrud Seidl, die bis zu ihrem Tod das jüdische Leben in Schwäbisch Gmünd erforschte. Inge Eberle erinnerte noch einmal an den jüngsten Besuch der jüdischen Familien Kahn und Marque, die sich auf die Spuren nach ihren Eltern und Großeltern in Schwäbisch Gmünd machten. Inge Eberle sprach von „bewegenden Momenten“.

Sprecher aller Fraktionen zeigten sich dankbar über so ein Denkmal in Schwäbisch Gmünd. Robert Dinser gebühre Dank, betonte Christian Baron (CDU). Er habe den Schatz erkannt und gehoben. Sigrid Heusl (SPD) schätzt es, dass der Freundeskreis dieses Erbe antritt und das Projekt begleitet. „So etwas fällt einem nur alle 100 Jahre in den Schoß“, sagte Gabriel Baum (Grüne). Da könne man nur Ja sagen. Ullrich Dombrowski (Bürgerliste) schloss sich dem Plädoyer von Fraktionsmitglied Susanne Lutz an, nichts anderes als klare Zustimmung sei denkbar. Karin Rauscher (FW Frauen) freute sich über die weitere Gestaltung des Projekts, auch Sebastian Fritz (Linke) signalisierte Zustimmung zum Kauf des Hauses in der Imhofstraße.

© Gmünder Tagespost 18.07.2018 22:29