Stadt soll preiswerten Wohnraum bieten

Sebastian FritzGmünds städtische Wohnungsbaugesellschaft VGW soll Modellrechnungen entwickeln, wie in Gmünd mehr günstiger Wohnraum geschaffen werden kann. Dabei wird eine Miete in Höhe von sechs Euro pro Quadratmeter zugrunde gelegt. Damit beauftragte der Sozialausschuss die VGW.

michael länge

Schwäbisch Gmünd. Die Analyse ist eindeutig: Der Bedarf an Bauplätzen, Wohneigentum und Mietwohnungen in „gehobenen Wohnlagen“ kann in Gmünd gedeckt werden.

Ganz anders dagegen sieht es bei preiswerten Mietwohnungen aus. Hier gibt es eine große Nachfrage, die durch das vorhandene Angebot nicht gedeckt werden kann. Für wenige frei werdende Wohnungen haben die VGW und der Bauverein mehr als 1000 Bewerber.
Dass dies so ist, da sind sich Stadtverwaltung, VGW und Stadträte einig. Das Problem ist, dass niemand eine kurzfristige Lösung der Situation sieht. Der Leiter des Amtes für Soziales und Familie, Dieter Lehmann, nannte drei Punkte:

 eine Task Force, eine Expertenrunde aus Ämtern, Wohnungswirtschaft und Bau, die in regelmäßigen Treffen aktuelle Entwicklungen bespricht und Wege für den Bau preiswerter Mietwohnungen sucht.

 eine Leerstandsinitiative, die Vermieter dazu bewegen soll, länger leerstehende Wohnungen wieder zu vermieten. Helfen soll dabei eine Mietgarantie, die dem Vermieter die Einnahmen sichert.

 eine Wohnungsnotfallhilfe, die sich um Menschen kümmert, die akut eine Wohnung suchen.
VGW-Chef Wolfgang Frei legte den Stadträten Modellrechnungen vor, die deutlich machten, dass sich Wohnungsbau für preiswerte Mietwohnungen trotz Wohnbauförderprogrammen nicht rechnet. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse verwies deshalb auf private Träger. Doch auch Bläse betonte, dass die Stadt „keine Lösung“ habe.
Es müsse Wege geben, sozial schwachen Familien ein Angebot zu machen, sagte Rolf Crummernauer (CDU). „Wir brauchen Lösungen, wir müssen uns dem sozialen Wohnungsbau zuwenden“, sagte Brigitte Schoder (SPD).
Es sei wichtig, Konzepte zu entwickeln, das müsse möglich sein, sagte Gertraude von Streit (B 90 / Grüne). Die bisherigen Lösungsansätze seien zu vage. Zentral sei deshalb das Ringen um weitergehende Lösungen. Sozialer Wohnungsbau sei wichtiger als kleine exklusive Neubaugebiete wie beispielsweise das am Vogelhof, sagte sie. Auf Vermieter zugehen, beim Renovieren helfen, dies schlug Heidi Preibisch (FW / FDP) vor.
Er sei froh, dass nicht über die Frage diskutiert werde, ob Bedarf bestehe, sondern über den richtigen Weg, sagte Sebastian Fritz (Die Linke). Fritz begrüßte einen Vorschlag von Bläse. Der Sozialbürgermeister hatte angeregt, dass die VGW Modellrechnungen anstellen solle, wie ein Neubau oder ein Umbau begonnen werden könne, der am Ende einen Mietpreis von sechs Euro pro Quadratmeter habe.
Diesen Vorschlag Bläses befürworteten Stadträte aller sechs Fraktionen.

 

© Gmünder Tagespost 08.07.2015 22:09:10