Solarfeld: Baubeginn schon nächstes Jahr?

15. Juli 2011  Presse

Der Gemeinderat hat am Mittwoch das Zehn-Punkte-Programm als Einstieg in das Gmünder Energie- und Klimaschutzkonzept beschlossen. Nach Auskunft der Beteiligten werden die Bürger schon bald die ersten Maßnahmen sehen. Im nächsten Jahr könnte der Bau eines Solarfeldes auf der Mutlanger Heide beginnen.

WOLFGANG FISCHER

Schwäbisch Gmünd. „Wir fangen nicht bei null an“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Steffens. Bereits seit Monaten würden die Möglichkeiten ausgelotet. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke habe am Dienstag die strategische Neuausrichtung zum Ausbau der erneuerbaren Energien beschlossen. „Dazu werden in den kommenden acht Jahren zirca drei Millionen Euro jährlich für den Bau neuer Anlagen zur Erzeugung regenerativer energien bereitgestellt“, sagt Uwe Roth, Leiter der Unternehmenskommunikation der Stadtwerke.

Sehr konkret sind offenbar schon die Planungen für den Bau eines Solarfeldes auf der Mutlanger Heide. Bald schon sollen dort Bodenuntersuchungen und die Suche nach einem kompetenten Dienstleister zum Bau der Anlage folgen. Der Wirtschaftsbeauftragte der Stadtverwaltung, Klaus Arnholdt, könnte sich vorstellen, dass dort bereits im nächsten Jahr die ersten Arbeiten beginnen. Immerhin stünden auf dem Gmünder Teil der Heide rund 16 Hektar zur Verfügung, „dort ist das größte Flächenpotenzial“. Für eine Anlage dieser Größenordnung rechnet er aber auch mit Investitionen im zweistelligen Millionenbereich.

Deshalb steht ganz oben bei der Umsetzung des nun beschlossenen Zehn-Punkte-Plans auch die Gründung der Energiegenossenschaft. Die Stadtwerke seien darüber bereits in Gesprächen mit örtlichen Banken, so Uwe Roth. Aber auch andere Flächen für die Nutzung der Sonnenenergie werdern gesucht. Das so genannte Dachflächenkataster sei in Arbeit, sagt Klaus Arnholdt. Gleichzeitig werde nach möglichen Standorten für Windräder gesucht.

Der Gemeinderat hatte am Mittwoch bei einer Enthaltung von CDU-Stadtrat Reinhard Kuhnert das Zehn-Punkte-Programm beschlossen. Bis 2022 sollen die Stadtwerke den Anteil regenerativer Energien in ihrem Energieangebot auf 50 Prozent erhöhen. Der Antrag der Linken-Fraktion, dass diese regenerative Energie ausschließlich vor Ort produziert werden darf, wurde mehrheitlich abgelehnt. Sprecher aller Fraktionen begrüßten die Energiewende, zu der, so Klaus-Jürgen Westhauser (SPD) das Zehn-Punkte-Programm nur ein erster Schritt sei. Der Naturschutz dürfe unter diesem Schritt aber nicht leiden, mahnte Celestino Piazza (CDU). Auch höhere Verbraucherpreise seien nicht auszuschließen, gab Ullrich Dombrowski (FW/FDP) zu bedenken. Als „guten Einstieg“ lobte Karl Miller (Die Grünen) das Programm. Karin Rauscher (FWF lobte insbesondere das Ziel zu mehr Elektromobilität Sebastian Fritz (Linke) mahnte, das Programm nicht überhastet anzugehen.

Zum Bürgerwindrad

Am Samstag, 16. Juli, bietet die Stadtverwaltung allen Interessierten eine Besichtigungsfahrt zum Wind- und Solarpark Gnannenweiler bei Steinheim an. Dort wurde bereits ein „Bürgerwindrad“, wie es auch in Gmünd gewünscht wird, realisiert. Anmeldung unter Telefon 07171 603 6100 oder E-Mail stadtplanungsamt@schwaebisch-gmuend.de.

© Gmünder Tagespost 14.07.2011