Schwimmer hoffen auf die Traglufthalle

Sebastian FritzDer Aufsichtsrat der Bäderbetriebe hat sich für den Bau der vom Gmünder Schwimmverein vorgeschlagenen Traglufthalle über dem Sportbecken im Bud-Spencer-Bad ausgesprochen. Investition und Betriebskosten sollen am 26. November Thema im Gemeinderat sein.

Kuno Staudenmaier

In Bettringen gibt es eine Traglufthalle über den Tennisplätzen.
Schwäbisch Gmünd. Die Bäderbetriebe GmbH haben die Firma Sport Concept aus Stuttgart – das Unternehmen hat die neue Sporthalle Heubach gebaut – mit einer Kostenberechnung beauftragt. Vom Ergebnis fühlt sich der Vorsitzende des Schwimmvereins, Roland Wendel, bestätigt. „Die Investitionskosten liegen nicht höher als von uns berechnet.“ Schon 2013 hat der Schwimmverein eine Summe von 400 000 Euro für den Bau ermittelt. 200 000 Euro will der Verein selbst aufbringen, auch durch Spenden. So gab es für diesen Zweck 40 000 Euro aus der Porsche-Sportförderung. „Bei den Unterhaltskosten liegen wir sogar niedriger als zunächst angenommen“, sagt Wendel weiter. Der Schwimmverein wird für einen Teil dieser Aufwendungen aufkommen. Wendel: „Die Stadt müsste einen Betrag von unter 100 000 Euro im Jahr tragen.“ Auch dem Vorwurf mangelnder energetischer Tauglichkeit begegnet der Schwimmvereinsvorsitzende: „Die Traglufthalle ist um Längen besser als das Gmünder Hallenbad, wo Energie durch Einfachfenster und ungeschützte Betonwände entweicht.“ Die Traglufthalle sei beim K-Wert um Meilen besser.
Wendel rechnet mit einer Beratung im Gemeinderat am 26. November. Gibt es grünes Licht, könnte der Württembergische Landessportbund schon am 1. Dezember über den Zuschuss entscheiden. „Wenn alles gut läuft, können wir im Dezember loslegen.“ Für den Erstaufbau rechnet Wendel mit sechs Wochen, „der spätere Auf- und Abbau im Frühjahr und Herbst dauert dann nur noch drei Tage“.
Die Fraktionen des Gemeinderats sehen das Vorhaben zum Teil skeptisch. „Der Bau der Traglufthalle ist nicht das Problem, die Betriebskosten sind es“, sagt CDU-Fraktionschef Alfred Baumhauer. 100 000 Euro im Jahr müssten dafür aufgebracht werden. Schon jetzt komme man dem Schwimmverein entgegen, öffne im April und Oktober das Sportbecken für die Aktiven. „Das ist ein fünfstelliger Betrag“, sagt Baumhauer. Man sei auch weiter bemüht, den Schwimmverein zu unterstützen, müsse aber den Abmangel der Bäderbetriebe sehen, 2,6 Millionen Euro im Jahr.
Positiv eingestellt ist Sigrid Heusel, Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat. „Wenn das wirtschaftlich vertretbar ist, sollten wir es bauen.“ Der Schwimmverein engagiere sich stark in der Stadt, auch in der Jugendarbeit.
Für Brigitte Abele, Fraktionsvorsitzende der Grünen, gibt es vor allem einen Grund, auf eine Traglufthalle zu verzichten: „Das ist energetischer Unsinn.“ Die eingesetzte Energie verpuffe gleich ins Freie. Die einzig mögliche Ergänzung für den Schwimmbetrieb wäre nach Ansicht Abeles die Überbauung des Bettringer Freibads gewesen, dagegen hatte sich aber die Bevölkerung ausgesprochen.
Vor weiteren Diskussionen müsste erst eine exakte Kostenschätzung auf den Tisch, meint Stadtrat Konrad Widmann (FW/FDP). Der hohe Energieverbrauch und die daraus folgenden Kosten seien eher nicht zu vertreten. Bis jetzt sei auch nicht zu erkennen, ob es für diese Kosten Mitfinanzierer geben könnte, etwa DLRG, umliegende Orte, die eventuell ihre Kinder dorthin ins Schulschwimmen schicken.
„Erst müssen wir den Haushalt im Blick haben“, sagt Karin Rauscher, Fraktionsvorsitzende FW-Frauen. Wenn die Konjunktur abflache, mehr Geld für Flüchtlinge eingesetzt werden müsse, sei Vorsicht geboten. „Vorrangig ist, dass immer Schulschwimmen stattfindet, dass Kinder Schwimmen lernen können“, dafür müsse man ins Hallenbad investieren.
Das sei sehr gut zu überlegen, sagt Sebastian Fritz (Linke) zu diesem Thema. Er verstehe den Schwimmverein, habe auch Verständnis für den Bedarf an Wasserflächen. Aber weil man auch ein sanierungsbedürftiges Hallenbad habe, müsse man auf die Finanzen ganz genau achten.

© Gmünder Tagespost 13.10.2014 22:05:05