Schwäbisch Gmünd will sich vermehrt den Alleinerziehenden in der Stadt widmen

06. Dezember 2012  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Im Rahmen ihrer Bachelorarbeiten haben sich vier Studentinnen der Dualen Hochschule Heidenheim in den vergangenen zwei Jahren der Frage gewidmet, ob Alleinerziehende in Schwäbisch Gmünd einen spezifischen Bedarf haben. Mit dem Ergebnis, das am Mittwochabend im Sozialausschuss vorgestellt wurde, endet die erste Phase des Projektes „Alleinerziehende in Schwäbisch Gmünd“ der Aktion Familie.

Martien de Broekert, die Leiterin der Projektgruppe, sprach von ungefähr 1000 Alleinerziehenden, die es in Gmünd gibt. Im Rahmen der Bedarfsanalyse wurden 330 Fragebögen versandt; 80 Bögen wurden zurückgeschickt. Bei der Vorstellung des Ergebnisses verwies de Broekert darauf, dass viele der Alleinerziehenden keinen Bildungs– oder Berufsabschluss haben. Weiter nannte sie einen hohen Betreuungsbedarf junger Kinder und den Bedarf nach finanzieller Entlastung (u. a. im Bereich der Kulturangebote, im Öffentlichen Nahverkehr und im Bereich der Bildungsangebote). Als nächsten Schritt nannte die Projektleiterin ein Workshopangebot im Jahr 2013, der auch die Miteinbeziehung der Alleinerziehenden vorsieht. Hier äußerte de Broekert den Wunsch, dass auch die Fraktionen des Gemeinderates das Projekt unterstützen.

Dies wurde seitens der Räte befürwortet. Der besondere Bedarf sei deutlich geworden, äußerte Christa Rösch (CDU) Zustimmung. „Wir hoffen, dass sich einiges für diese Gruppe verbessert“, so Daniela Maschka-​Dengler (SPD), die ebenfalls eine Beteiligung durch ihre Fraktion ankündigte. Ebenso Heidi Preibisch (Freie Wähler/​FDP), die sagte: „Wir müssen neue Wege suchen, um Betroffene anzusprechen.“ Sebastian Fritz (Linke) bat, Sozialtickets im Öffentlichen Personennahverkehr auf ihre Machbarkeit hin zu überprüfen und bei der Kinderbetreuung eine Teilhabe aller zu ermöglichen. Er bemängelte zugleich, dass bei einer Anzahl von 1000 Alleinerziehenden lediglich 80 Fragebögen verschickt wurden.

Unterrichtet wurde der Sozialausschuss auch über den Abschlussbericht des ESF-​Förderprogramms „Stärken vor Ort“ (2009 bis 2011). 52 Mikroprojekte seien realisiert worden, so Dieter Lehmann, Amtsleiter Familie und Soziales der Stadt Gmünd. Geplant habe man mit 917 Teilnehmern; teilgenommen haben letztlich 1053 – davon hatten 69 Prozent einen Migrationshintergrund; 62 Prozent waren junge Menschen (wobei junge Frauen die Mehrheit bildeten). Die Projekte wie zum Beispiel der Mittagstisch hatten allesamt das Ziel, die Projektteilnehmer in ihrer Beschäftigungsfähigkeit zu fördern. Die Stadträte dankten allen Beteiligten und machten auf die Wichtigkeit der Nachhaltigkeit aufmerksam. Bürgermeister Bläse bedauerte, dass das Förderprogramm den Wunsch verfolgt, möglichst viele Projekte zu fördern – dies jedoch zeitlich beschränkt.