Schulen als Herkules-Aufgabe in Etappen

12. November 2015  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Sebastian Fritz45,8 Millionen Euro für Sanierung und Ausbau städtischer Schulen, gestaffelt nach Prioritäten: Dieses Konzept, das die Verwaltung in allen Stadtteilen zur Diskussion gestellt hatte, fanden die Mitglieder des Verwaltungsausschusses am Mittwoch gut.

Wolfgang Fischer

Schwäbisch Gmünd. Erste Priorität haben Friedensschule, Schiller- und Rauchbeinschule sowie Mozartschule – und zwar in dieser Reihenfolge. In die Mozartschule werde voraussichtlich ab 2019 investiert, sagte Schulbürgermeister Dr. Joachim Bläse im Ausschuss. Die Stauferschule könnte zu einem Bildungszentrum werden, denn die evangelische Gesamtkirchengemeinde sei interessiert, dort Räume für Gemeinde-, Kinder- und Jugendarbeit anzusiedeln, nachdem das Gemeindezentrum Brücke in der Weststadt verkauft wird. In der Stauferschule sollen ebenso wie in der Uhlandschule Fördergelder für energetische Maßnahmen investiert werden. Auf Nachfrage versicherte Bläse, dass die Investitionen in der Uhlandschule nicht in den Nordbau fließen werden. Den wird bekanntlich die private Bonhoeffer-Schule anmieten.
Im Dilemma ist die Verwaltung bei Klösterleschule und VHS: Beide teilweise zusammen untergebrachte Einrichtungen brauchen mehr Platz. Etwas Entspannung gibt es, wenn St. Loreto die Räume in den Obergeschossen, die es wegen des Umbaus im eigenen Gebäude angemietet hatte, wieder freigibt. Diese Räume sollen dann sehr rasch verwendet werden. Bläse ließ durchblicken, wer den bekommen soll: Vor allem die Kinder der Klösterleschule litten unter der Enge, sagte er auf Nachfrage. Damit gewinne man Zeit, um einen Ausbau des Gebäudes zu planen. Immerhin sei die Klösterleschule eine der effektivsten Schulen in Gmünd, aber auch die VHS sei sehr erfolgreich. Für Vorbereitungsklassen, in denen Flüchtlinge für den Unterricht in der Regelschule fit gemacht werden, wolle die Stadt möglichst keine Neubauten schaffen, sondern vorhandene Räume nutzen, so Joachim Bläse auf Anfrage.
Alfred Baumhauer (CDU) lobte die Konzeption der so genannten äußeren Schulentwicklung. Seine Fraktion möchte aber zumindest für die ersten Maßnahmen einen detaillierten Ablaufplan erhalten. Dieses Programm werde die Stadt 10, wenn nicht 20 Jahre beschäftigen, meinte Sigrid Heusel (SPD). Sie mahnte, auch die digitale und mediale Ausstattung der Schulen zu verbessern. Elmar Hägele (Grüne) konnte bereits sagen, dass seine Fraktion der Konzeption zustimmen wird, die Vorgehensweise sei richtig. Lob kam auch von der FW/FDP: Das Konzept sei gut, sagte Werner Nußbaum, es lasse auch Raum für Perspektiven der Standorte. Karin Rauscher (FWF) würdigte gleichfalls die „sehr gute Bestandsaufnahme“. Sie erinnerte daran, auch Einrichtungen für den Schulsport einzuplanen. Sebastian Fritz (Linke) fand die Konzeption auch sehr gut. Er sehe allerdings den Einzug der Bonhoeffer-Schule in den Nordtrakt der Uhlandschule skeptisch. Bürgermeister Joachim Bläse verteidigte allerdings das Bestreben, die Bonhoeffer-Schule in Gmünd zu halten. Es gebe durchaus Nachfrage nach dieser Schule, die seit fünf Jahren in Gmünd ist.

© Gmünder Tagespost 11.11.2015 22:02:13