Schüler befragen Jungpolitiker

05. Februar 2016  Presse, Redaktion
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Stellten sich den Fragen der Schüler (von links nach rechts): Anton Rettenmayr, Jungen Union, Jakob Unrath, Jusos, Bennet Müller, Grüne, Christian Tichatschke, Junge Liberale (FDP) und Alexander Relea von den Linken. (Foto: privat)

Die Landtagswahl beschäftigt die Schüler am Parlergymnasium. Die Jugendvertreter der großen Parteien stellten sich den Schülerfragen und sprachen zu den Themen Flüchtlings- und Bildungspolitik.

Schwäbisch Gmünd. Auf dem Podium saß auch ein ehemaliger Schüler des Parlergymasiums, Anton Rettenmayr. Er vertrat die Jungen Union (CDU). Außerdem sprachen Jakob Unrath von den Jusos (SPD), Bennet Müller von den Grünen, Christian Tichatschke von den Jungen Liberalen (FDP) und Alexander Relea von den Linken. Die Themen des Tages waren Flüchtlingspolitik, Bildungspolitik aber aktuelle politische Themen. Flüchtlingspolitik: Alexander Relea (Die Linke) kritisierte unter anderem, dass eine Bekämpfung der Fluchtursachen bisher fehlen.

Christian Tichatschke fehlt es an einer besseren Verteilung der Flüchtlinge und forderte die Bekämpfung von Hunger und Krieg in den Herkunftsländern. Bennet Müller (Grüne) kritisierte, dass die Lösungsansätze nicht schnell genug umgesetzt werden. Jakob Unrath (SPD) bewertete Merkels „Wir schaffen das-Ausspruch“ als zu euphorisch.
Schließung der Grenzen?
Christian Tichatschke forderte, die Integration zu stärken und nicht willkürlich Grenzen zu ziehen. Bennet Müller gab zu bedenken: Würde man Grenzen einführen, würde man Baden- Württemberg als Exportregion schwächen, das heißt, der Dienstleistungs- und Warenverkehr wäre enorm eingeschränkt.
Integration männlicher Flüchtlinge: In diesem Punkt waren sich alle einig. Man solle nicht stigmatisieren. Tichatschke gab zu bedenken, dass man von den Flüchtlingen auch nicht erwarten könne, ihre Werte und Normen innerhalb weniger Tagen abzulegen. Deutschland habe selbst Jahre benötigt, um gewisse Haltungen, wie etwa zum Thema Homosexualität, zu entwickeln.
Konzept der Gemeinschaftsschule: Jakob Unrath (SPD) nannte die Gemeinschaftsschule das „Baby seiner Partei“. Anton Rettenmayr machte klar, dass ihm in diesem System eine Differenzierung fehle. Tichatschke vertrat die Meinung, dass die Kommunen über die jeweilige Schulform unterscheiden sollten. Dieser Meinung schloss sich auch Jakob Müller an, der das Konzept der Gemeinschaftsschule vorerst skeptisch gegenüber stand, da er selbst den klassischen Weg über das Gymnasium genommen hat.
Wie ist die hohe Zahl der Studienabbrecher zu erklären? Hierbei waren sich die Jungpolitiker einig, dass dies nur zum Teil ein Versäumnis der Politik sei. Rettenmayr argumentiert, dass das kostenlose Studium keinen hohen Druck aufbaue. Bennet Müller fügte an, dass die Schwierigkeit darin bestehte, im Studium eigenverantwortlich zu handeln. Viele Studierende seien dem noch nicht gewachsen. Tichatschke legte nach. Er stellte die Vermutung in den Raum, dass der Mangel an Eigenverantwortung auch mit dem G8-Konzept zusammenhängen könne. Das Turbo-Abi habe keine Spielräume gelassen, um die Schüler auf das Studium vorzubereiten.
Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre: Anton Rettenmayr sprach sich dagegen aus. Wählen bedeute Verantwortung. Und diese solle man erst mit der Vollendung des 18. Lebensjahr bekommt. Tichatschke unterstrich, dass man mit 16+ schon viel Verantwortung übernehmen könne. Schließlich könnten Jugendliche ab 17 Jahren bereits den Führerschein machen. Auch sollen sie in diesem Alter bereits für einen Studiengang oder eine Ausbildung entscheiden.Wählen sei nur ein Baustein auf dem Weg ins Erwachsenenleben.
Trotz einiger Meinungsverschiedenheiten wurde deutlich, dass alle Diskussionsteilnehmer ein Ziel verfolgen: Sie wollen die Schüler ermutigen, sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen.

 

© Gmünder Tagespost 04.02.2016 20:05:31