Schönblick hält am Standort fest

Der Schönblick hält am geplanten Standort für ein neues Pflegeheim neben dem Schönblick-Forum in der Willy-Schenk-Straße auf dem Rehnenhof fest. Dies sagte Schönblick-Chef Martin Scheuermann am Mittwoch im Bauausschuss. An dem Standort gibt es Kritik, weil Bäume gefällt werden müssten. Die Verwaltung hatte das Thema auf die Tagesordnung gesetzt, um über den aktuellen Stand zu informieren.

Baubürgermeister Julius Mihm erläuterte das bisherige Verfahren und gab einen Ausblick. Der alte Gemeinderat habe beschlossen, einen Bebauungsplan aufzustellen. Die Verwaltung habe Gutachten in Auftrag gegeben. Diese werden die Stadträte vor einem Beschluss des Bebauungsplans diskutieren. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse sagte, dass Gmünd weitere Pflegeplätze braucht und dass es für die Stadt „problematisch“ wäre, wenn der Schönblick das Pflegeheim nicht bauen würde.

Das derzeitige Heim des Schönblicks in der Franz-Konrad-Straße hat 54 Plätze in Doppelzimmern. Doppelzimmer sind nach der neuen Landesbauordnung nicht mehr zulässig. Deshalb will der Schönblick ein neues Heim mit 60 Plätzen für zehn Millionen Euro bauen. Aktuell habe der Schönblick 118 Anträge auf Pflegeplätze. Alle müsse er absagen. Scheuermann widersprach Kritikern, dass 200 Bäume gefällt werden müssten. Er habe gezählt und komme auf 28 Bäume. Zudem gebe es eine Ausgleichsfläche. Der Schönblick-Chef betonte, dass der geplante Standort nicht zum Taubentalwald gehöre, sondern „unser Wald auf unserem Grundstück ist“. Den von Kritikern als Ersatzstandort vorgeschlagenen Parkplatz für 125 Autos lehnte Scheuermann ab, weil dies Mehrkosten von 3,9 Millionen Euro verursachen würde. „Wir können das nicht schultern.“ Kerngeschäft des Schönblicks sei das Gästezentrum. Weshalb der Schönblick auch überlege, kein Heim zu bauen.

Wir können das nicht schultern.

Martin Scheuermann
zu Mehrkosten für ein Pflegeheim

Oberbürgermeister Richard Arnold ließ in der Vorberatung nur Fragen zu. Christoph Preiß (CDU) fragte nach der Zahl der zu fällenden Bäume. Oberforstrat Jens-Olaf Weiher warnte davor, „einzelne Bäume zu zählen“. Es gehe um 0,7 Hektar. Davon würden etwa 0,35 Hektar bebaut. Entscheidend sei nicht die Zahl der Bäume, sondern die Qualität des Waldes. Ina Neufeld (Grüne) fragte nach Ausgleichsflächen. Die seien auf Gmünder Gemarkung, sagte Weiher. Karl Miller (Grüne) fragte, ob der Schönblick sich einen Neubau auf Stelzen über dem Parkplatz vorstellen könne. Das nehme er mit, sagte Scheuermann. Professor Dr. Andreas Benk (Linke) fragte, ob der Schönblick einen Umbau oder eine Ausnahmegenehmigung erwäge. Ein Umbau koste sieben Millionen Euro, sagte Scheuermann. Eine Ausnahmegenehmigung bekommt, wer langfristig die Gesetzesvorgaben umsetzt, sagte Bläse.

Eine Erklärung gab Christian Baron (CDU) ab. Der neue Gemeinderat habe von Anfang an eine Klimadebatte. Es sei „schwer erträglich“, wie hier der Schönblick ins Feuer gestellt werde. Auch die CDU wolle das Klima schützen. Doch dazu müsse man den Verstand einschalten. Baron schlug vor, als Stadt einen Quadratkilometer Regenwald zu kaufen. Er habe keine Erklärung abgegeben, weil der OB diese Vorgabe gemacht habe, sagte Benk. Und an den OB gewandt: „Ich finde es merkwürdig, dass jemand, der Ihre Vorgabe so eklatant missachtet, nicht unterbrochen wird.“

© Gmünder Tagespost 25.09.2019 19:53