Schnellfahrer müssen auch künftig bangen

Schwäbisch Gmünd. Eilige Autofahrer müssen im Stadtgebiet auch längerfristig damit rechnen, geblitzt zu werden. Der Gemeinderat befürwortete am Mittwoch einstimmig, die beiden altersschwachen Messfahrzeuge zu ersetzen. Bestehende stationäre Blitzanlagen sollen, schon aus psychologischen Gründen, stehen bleiben. Neue Anlagen werden am Ortseingang von Bettringen am Schmiedeberg sowie an der Ortsdurchfahrt Weiler aufgestellt.

Ordnungsamtsleiter Gerd Hägele hatte die derzeitige Situation der Tempokontrolle und den Handlungsbedarf dargelegt. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse gab seine Erfahrung wieder, dass Bürger im ganzen Stadtgebiet die Kontrollen mit mobilen Geräten akzeptieren und wünschen. Die Frage stelle sich eher nach dem Sinn der stationären Anlagen, an denen fast keine Schnellfahrer erwischt würden. Sprecher aller Fraktionen begrüßten, dass die Verwaltung auch die Meinung aller Ortschaftsräte eingeholt habe.

„Es muss Regeln geben“, sagte Christian Baron für die CDU-Fraktion. Tempokontrolle sei richtig, solange sie nicht als Abzocke gesehen werde. Richtig sei auch, dass die Stadt auf die mobile Überwachung setze. Sinnvoll seien ebenfalls die Ausnahmen für Weiler und Bettringen sowie der Verleib der bestehenden „Starenkästen“. Karl-Andreas Tickert (Grüne) lobte die vorgeschlagene Mischung aus stationärer und mobiler Überwachung als gut begründet. Als Ortsvorsteher dankte er für die Aufnahme des Bettringer Wunsches.

Die Notwendigkeit von Tempokontrollen sah auch die SPD-Faktionsvorsitzende Sigrid Heusel so. Sie fragte jedoch nach, ob es harte Fakten gebe, die den Kauf zweier stationärer Anlagen für immerhin 130 000 Euro stützen. Diese Fakten gebe es, antwortete Bürgermeister Bläse. Sowohl an der Ortsdurchfahrt in Weiler als auch am Bettringer Schmiedeberg seien bei mobilen Kontrollen zahlreiche Schnellfahrer erwischt worden.

Sebastian Fritz (Linke) kündigte die Zustimmung seiner Fraktion an. Erfreulich sei, dass die Stadt die Tempokontrolle weiterhin mit eigenem Personal betreibt. Karin Rauscher (FWF) fand es sinnvoll, dass sowohl die Messfahrzeuge ersetzt werden als auch die stationären Anlagen in Bettringen und Weiler aufgestellt werden. Auch Brigitte Abele (Bürgerliste) befürwortete die zweigleisige Strategie. Ihrer Ansicht nach wäre auch an der langen Ortsdurchfahrt von Rehnenhof/Wetzgau ein Blitzer sinnvoll. Die bestehenden Anlagen sollten auf jeden Fall bleiben.

Auf Fragen mehrere Stadträte sagte Joachim Bläse, dass der mehrfache Wechsel der Limits von 30 und 50 Stundenkilometern auf der Eutighofer und Goethestraße nun aufgehoben wird. Zwischen Hallenbad und Klösterleschule soll es Tempo 30 geben, auf Höhe des Paul-Gerhardt-Hauses sollen 50 km/h zugelassen werden.

© Gmünder Tagespost 02.10.2019 18:50