Sanierung oder Neubau des Hallenbades

© Stadtwerke Schwäbisch Gmünd

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Muss das alte Hallenbad wirklich sofort saniert werden? Ist es nicht sinnvoller, ein neues Bad zu bauen und wo wäre der ideale Standort? Welchen Charakter soll ein neues Bad erhalten und wie gelingt es, möglichst allen Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden? Diese Fragen wurden bei einem Themenabend des Ortsverbandes und der Fraktion der Linken im Gmünder Gemeinderat diskutiert.
Der Fraktionsvorsitzende Sebastian Fritz führte die Anwesenden in das Thema ein und stellte ausführlich die von der Verwaltung und den Bäderbetrieben vorgeschlagenen Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen dar. Außer den Neubauvarianten waren dies insbesondere auch die Vorschläge einer Sanierung des bestehenden Hallenbades, das sicherlich in die Jahre gekommen sei, aber mit der guten Lage und Erreichbarkeit für die Schulen und auch ältere Menschen, ein insgesamt nach wie vor attraktives Angebot für die vielfältigen Bedürfnisse darstelle. Gleichwohl stehe es außer Frage, dass die energetischen Voraussetzungen nicht mehr den heutigen Anforderungen entspreche. Auch die seit vielen Jahren vorgebrachte Forderung von Seiten des Sportvereines nach einem überdachten 50 Meter Becken könne durch einen Neubau Rechnung getragen werden. Allerdings machte er nochmals deutlich, dass die Stadt vor enormen Herausforderungen bei den anstehenden Schulsanierungen stehe. Auch in anderen Bereichen gebe es einen nicht unerheblichen Sanierungsstau und deshalb müsse in der weiteren Diskussion von der Verwaltung dargestellt werden, ob dies alles unter einen Hut gebracht werden kann.

In der anschließenden Diskussion gab es teils leidenschaftlichen Beiträge. Dabei ging es vor allen Dingen um die möglichen Neubaustandorte. Eine Bürgerin bezweifelte, dass der Nepperberg der ideale Standort sei, da die fußläufige Erreichbarkeit für die Innenstadtschulen nicht möglich sei und wenn, dann bleibe nicht mehr viel Zeit für den eigentlichen Schwimmunterricht. Eine andere ergänzte und meinte, dass auch zu prüfen sei, inwieweit das Freibad und die dortige Technik noch auf dem neuesten Stand seien. Wenn es absehbar wäre, dass auch dort investiert werden muss, dann sollte ernsthaft überlegt werden, ob ein Kombibad am dortigen Standort nicht sinnvoller wäre. Ein anderer Bürger gab zu bedenken, dass für ein Kombibad an der dortigen Stelle die Liegewiese zu einem großen Teil wegfallen würde. Allerdings hätte es schon einen gewissen Charme, wie dies auch sehr schön in Schorndorf zu sehen ist, ein bestehendes Erlebnisfreibad mit einem Erlebnishallenbad zu verbinden. Eine Bürgerin machte ihrem Ärger über die hohe Belegungszeiten des Hallenbades durch die Vereine Luft. Dies wurde auch von einem Mitglied des Schwimmvereines bestätigt, dass eine ordentliche Anzahl an Freizeitschwimmer regelmäßig in andere Bäder gehen, weil in Gmünd die Wasserflächen fehlen. Einigkeit bestand darin, dass es bei einem Neubau nicht ausschließlich um die Interessen der Sporttreibenden gehen dürfe, sondern dass vor allen Dingen der gesundheitliche Aspekt und der Erholungswert nicht zu kurz kommen dürfen. Dies bedeute, dass es ein gleichbleibendes Saunaangebot brauche, attraktive Möglichkeiten für Kinder und Familien und auch für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung ein ausgewogenes Angebot geschaffen werden müsse.