S21: Die größte Käsereibe Europas?

08. März 2011  Redaktion

Stuttgart 21 sei ein Tunnelprojekt und abgesehen von den immensen Kosten auch mit heftigen Risiken in Punkto Sicherheit behaftet, sagt der Dipl.-Ing. Klaus Gebhard. Der Mitbegründer der „Parkschützer“, sprach auf Einladung des Gmünder Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21 im KKF/Brazil

Es sei nicht abwegig, so Gebhard, dass durch die großen Lichtkuppeln (Glubschaugen) – die im übrigen wie eine große Käsereibe ausschauen – soviel Wasser eindringt, dass der ganze Tiefbahnhof absäuft.

Einig war sich Gebhard mit Susanne Kempf, der Landtagskandidatin der Gmünder Linken, die den Abend, zu dem zahlreiche Interessierte erschienen waren, darin, dass S21 in erster Linie nicht ein Bahn- sondern ein Immobilienobjekt, sei.

Die Schlichtung so Gebhard, habe deutlich gemacht, „dass das angeblich bestgeplante Projekt der Bahn nicht haltbar ist“. „Herr Geißler hat den größten Fehler seines Lebens begangen, als er nach dem Faktencheck eben nicht die Bürgerbefragung empfohlen hat!“ Er, Gebhard, sei für den Kopfbahnhof K 21, weil S 21 kaum Vorteile gegenüber dem jetzigen Bahnhof bringe. Die Kosten seien zu hoch und ungleich verteilt. Die Bahn zahle zu wenig, die Steuerzahler zu viel. Auch leide der Regionalverkehr, weil weniger Geld dafür zur Verfügung stehe.

Durch S21 werde kein einziger LKW auf die Schiene verlegt und dies bei 17 Prozent prognostizierter Zunahme in den kommenden Jahren. „Man kann doch nicht in Zeiten von steigenden Fahrgastzahlen die Gleise um die Hälfte reduzieren!“, resümierte der Diplomingenieur.

Die Aufenthaltsqualität am Tiefbahnhof werde drastisch abnehmen, „da erstens kein Platz da ist und zweitens ein sehr enger Fahrplan entsteht, der Stress hervorruft“. Außerdem sei noch immer nicht gelöst, wie man für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung nachbessern wolle. Um auch diesen Menschen gerecht zu werden, würden riesige Treppen oder Aufzüge benötigt, die auch wieder viel Geld kosten.

Immer wieder betonte Gebhard, dass es den Protest (Bürgerinitiative gegründet 1994) seit Beginn des Projekts gibt, aber die mediale Aufmerksamkeit erst mit dem indiskutablen Abweisen des Bürgerbegehrens durch Schuster und dem Gemeinderat begonnen hat.