Rodelbahn im Taubental ohne Chance

Sebastian-FritzFür die Gemeinderatssitzung am kommenden Mittwoch zeichnet sich eine klare Mehrheit gegen das Taubental als Standort für eine Rodelbahn ab. Dies ergab eine Umfrage unter den Gemeinderatsfraktionen.

Michael Länge

Schwäbisch Gmünd. Die Rodelbahn sei „naturverträglicher als er gedacht“ habe, sagte Celestino Piazza (CDU) nach der Begehung im Taubental. Doch wenn man dies gegen die Bürger mache, habe das keinen Wert. Die Mehrheit in der CDU-Fraktion sei dagegen, einen Fraktionszwang gebe es nicht. Piazza ist durchaus offen für eine Standortdiskussion, eine Rodelbahn auf einer Wacholderheide und in Degenfeld jedoch schließt er klar aus.

„Auf jeden Fall mehrheitlich dagegen“ ist nach wie vor die SPD-Fraktion, sagte Sigrid Heusel (SPD). Der Bürgerinformationstag habe keine neuen Erkenntnisse gebracht. Das Taubental sei für eine Rodelbahn nicht geeignet. Auch Heusel ist jedoch offen für andere Standorte und schließt Degenfeld „mit der Egentalhütte, dem Kalten Feld und der Minigolfanlage“ nicht aus.

Der Bürgerinfotag habe bisherige Erkenntnisse bestätigt, sagte Elmar Hägele (B 90 / Grüne). Man brauche sich nicht mit den technischen Details zu beschäftigen, denn eine Rodelbahn in diesem „ruhigsten Teil des Taubentals“ sei „von Anfang an undenkbar“ gewesen. Diese Haltung gelte gewiss für die ganze Fraktion. Auch Hägele ist offen für andere Standorte, allerdings „ohne große Eingriffe in die Landschaft“.

Die Begehung sei „sehr informativ“ gewesen, sagte Ullrich Dombrowski (FW / FDP). Wie die Fraktion abstimmen werde, könne er noch nicht sagen. Sie werde sich am Montag beraten. Bislang diskutiere die Fraktion die Rodelbahn im Taubental kontrovers. Er könne sich aber vorstellen, dass die Begehung noch die eine oder andere Stimmungsänderung bringe.

Alle drei Rätinnen ihrer Fraktion werden eine Rodelbahn im Taubental ablehnen, sagte Karin Rauscher (FWF). Die Rodelbahn sei dort ein „Fremdkörper“, und es gebe noch viele Unsicherheiten, sagte sie und nannte den geologischen Untergrund, die Haftungsfrage und das Bergungskonzept im Fall eines Unfalls. Auch ihre Fraktion jedoch sei offen für einen anderen Standort.

Wir werden ganz sicher nicht zustimmen“, sagte Sebastian Fritz (Die Linke). Einer der Hauptgründe dafür sei der Naturschutz.

Alle Fraktionen beschäftigt jedoch die Frage, wie man das Gartenschaugelände bei Wetzgau für eine Nutzung nach der Gartenschau besser an die Stadt anbinden kann. Das war auch eines der Hauptargumente für Oberbürgermeister Richard Arnold. Es gehe um die Frage, was nach 2014 sei, sagte er. Darum müsse man sich als Bürgerschaft nun kümmern. Damit hinterher nicht gesagt werde „ma sott“ und „ma sott“ gleichbedeutend mit „die Stadt“ sei.

© Gmünder Tagespost 01.07.2013