Remstalschau als Chance

04. Dezember 2014  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Sebastian FritzDie Mehrzahl der Ratsfraktionen ist für einen Beitritt Gmünds zu einer Gesellschaft für die Remstalgartenschau 2019. Dies machten mehrere Stadträte am Mittwoch deutlich. Die Stadt muss in diese Gesellschaft in den kommenden sechs Jahren etwa 450 000 Euro einbringen.
MICHAEL LÄNGE
Schwäbisch Gmünd. Im oberen Remstal gebe es wohl mehr Gemeinschaft als im unteren, sagte zunächst Oberbürgermeister Richard Arnold. Er spielte damit auf Diskussionen insbesondere in Waiblingen und Korb an, bei der Remstalgartenschau 2019 nicht mitzumachen. Diese gemeinsame Gartenschau von 16 Kommunen entlang der Rems sei eine „einzigartige Chance“, sagte Arnold. Gmünd könne von 2014 viel in 2019 einbringen. Als „Experiment“ bezeichnete Manfred Maile, Geschäftsführer der Gartenschau 2014, die Remstalgartenschau. Er sieht die Chance, dass das Remstal langfristig zum ersten touristischen Ziel im Land wird. Dies sah auch Gartenschaumacher Karl-Eugen Ebertshäuser so. Ein Konzept für die Remstalgartenschau müsse 2015 konsequent angegangen werden.
Was passiert, wenn Waiblingen nicht mitmacht, wollte Konrad Widmann (FW / FDP) wissen. Seine Frage beantwortete Arnold mit Zuversicht: Waiblingen werde dies mittragen, sagte er. Schorndorf und Gmünd gingen voran und versuchten, andere Gemeinden zu stimulieren, erklärte der OB.
„Wir wissen um die Chance einer Gartenschau“, sagte Sigrid Heusel (SPD). Sie forderte die Gemeinden im Remstal auf, mit Enthusiasmus und Mut voranzugehen. 450 000 Euro in sechs Jahren seien „gut eingesetztes Geld“.
Gmünd habe Gartenschauerfahrung, und eine Gartenschau sei identitätsstiftend, befürwortete Elmar Hägele. (B 90 / Grüne) Gmünds Engagement in einer solchen Gesellschaft, die die Remstalschau vorbereiten und die für diese erforderlichen Maßnahmen umsetzen soll. Auch Karin Rauscher (FWF) forderte die „jetzt skeptischen Gemeinden“ auf, die Chancen zu sehen. Sebastian Fritz (Die Linke) hingegen warf Kritisches ein: Nach der Gmünder Gartenschau seien die Stimmen noch nicht gehört worden, die nicht alles so positiv sähen, sagte er. Zudem habe er ein Schreiben von Naturschützern des unteren Remstals, die das Projekt auch kritisch sähen. Die Remstalschau sei die Chance, dass die Rems ökologisch aufgewertet werde, sagte dazu Arnold. Ihm liege dieses Schreiben nicht vor. Ebertshäuser bekräftigte, dass die Naturschutzverbände zur Gartenschau gehört werden. Nun müsse zunächst einmal ein Konzept her, sagte Celestino Piazza (CDU) und warnte davor, bereits sechs Wochen nach Gmünds Gartenschau „alles wieder zu zerreden“.
© Gmünder Tagespost 03.12.2014