Regionalzüge statt Großprojekt

06. Februar 2011  Presse, Redaktion

Mit einem symbolischen Nahverkehrszug aus Pappe demonstrierten Stuttgart 21-Gegner am Samstag in Gmünd.

Beim Aktionstag „Bürgerbahn gegen Stuttgart 21“ demonstrierten in Schwäbisch Gmünd rund 70 Gegner

Verwundert blieb am Samstag mancher Passant in der Bocksgasse stehen: Eine „Bimmelbahn“ durchquerte diese in Richtung Marktplatz. Als Symbol für Nahverkehrszüge, deren Netzausbau Gegner von Stuttgart 21 gefährdet sehen durch das Großprojekt in der schwäbischen Landeshauptstadt. Mit „oben bleiben“-Rufen forderten die Demonstranten die Umsetzung ihrer Idee: den Bau des Kopfbahnhofes in Stuttgart.

Schwäbisch Gmünd. „Dass so viele kommen, hätte ich nicht gedacht“, freute sich Sebastian Fritz (Linke) über die Anzahl der Stuttgart-21-Gegner, die sich am Bahnhofsplatz in Schwäbisch Gmünd sammelten. Rund 70 Gegner des Großprojekts „Stuttgart 21“ nahmen so am landesweiten Aktionstag „Bürgerbahn gegen Stuttgart 21“ in der Stauferstadt teil. Mit im Gepäck hatten die S-21-Gegner nicht nur manches Schild auf dem „oben bleiben“ oder „Stoppt den Wahnsinn“ geschrieben war. Auch einen symbolischen Nahverkehrszug aus Pappe fügten sie auf dem Vorplatz des Bahnhofs zusammen. Um mit diesem dann „Fahrt“ aufzunehmen. Vom Bahnhof durch die Unterführung, durch die Bocksgasse bis hin zum Marktplatz. Dabei blickten die „Fahrgäste“ durch die Pappfenster und „freuten sich über diese lustige Bimmelbahn“. Was jedoch so witzig aussah, hatte einen ernsten Hintergrund: „650 Milliarden Regionalisierungsmittel werden wie von einem großen Staubsauger aufgesogen – und direkt nach Stuttgart gezogen“, mahnte Andreas Mooslehner, Geschäftsführer der BUND-Regionalgeschäftsstelle Ostwürttemberg. In Gmünd sah er außerdem das Problem, dass nun der Güterbahnhof abgebaut werde. Und das, obwohl nicht nur der Personenverkehr in den Zügen der Statistik nach künftig um 17 Prozent zunehme, sondern auch der Güterverkehr immer mehr auf die Scheine verlegt werde. Er forderte die Politiker auf, endlich für die regionalen Belange einzustehen. Zumal viele Bürger in Stuttgart arbeiteten und als Pendler auf schnelle Verbindungen der Regionalbahnen angewiesen seien. Es würde gesagt, dass durch S 21 auch der ICE in Gmünd, Aalen und Ellwangen hält. „Das wäre ein Wunder, schließlich ist hier alles nur eingleisig“, wähnte Mooslehner in dieser Aussage „nur eine Beruhigungspille“. „Wir fordern den Ausbau der Remsbahn-Verbindung.“

© Gmünder Tagespost 06.02.2011