Räte diskutieren Winterdienst

17. Januar 2013  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Dass die Stadträte dem Gmünder Bauhof einen 46 000 Euro teuren Traktor für den Winterdienst genehmigten, war der kleinere Teil der Diskussion am Mittwoch im Bau- und Verwaltungsausschuss. Viel mehr beschäftigte die Räte der bisherige Verlauf des Winterdienstes 2012 /13. Und die Frage, ob weiterhin Fremdfirmen für diesen engagiert werden sollen.

MICHAEL LÄNGE

Schwäbisch Gmünd. Denn mit einer Firma habe der Winterdienst in sechs Bezirken nicht funktioniert, berichtete Bauhof-Chef Friedrich Mayer. Deshalb sei dieser Firma zum 10. Dezember gekündigt worden. Die Stadt fand zwei Firmen, die einen Teil von deren Bezirken übernehmen konnten. Einen weiteren Teil jedoch musste und muss der Bauhof selbst versorgen, dazu gehören Lindach und Bargau. Insgesamt deutet sich laut Verwaltung für den Winter 2012 / 13 wieder eine höhere Einsatzzahl an. Bis 10. Dezember waren es 41 Einsätze. „Wir müssen den Fuhrpark sukzessive erneuern“, sagte OB Richard Arnold. Deshalb sei die Anschaffung des Traktors richtig. Der OB sprach sich dafür aus, „nicht jede ebene Straße durchzusalzen“. Gmünd sei nicht die Karibik, man müsse mit dem Winter umgehen.

„Ich war damals schon gegen Fremdvergabe“, sagte Celestino Piazza (CDU) und dankte dem Bauhof für sein Engagement. Dies sei nicht die Privatisierung, die er sich vorstelle, deshalb wolle er „zurück an die Wurzel gehen“. Denn Winterdienst sei Daseinsvorsorge.

Der Löwenanteil sei beim Bauhof, doch man habe bei der Fremdvergabe auch gute Erfahrungen gemacht, sagte dazu Konrad Sorg (SPD). Erfreulich sei, dass die Noteinsätze geklappt hätten, sagte Ullrich Dombrowski (FW / FDP). Wegen einer Firma müsse man nicht gleich das Ruder komplett umwerfen, widersprach er Piazza und schlug als Alternative mehrere Firmen mit kleineren Bezirken vor. Splitt statt Salz zu streuen, und dies nur an Steigungen, dies regte Brigitte Abele (B 90 / Grüne) an. Sie verwies auf den Kreis Göppingen und dessen umweltfreundlichen Winterdienst.

Eine Info der Verwaltung für die Stadträte über Fremdvergabe und Eigenleistung, über den Bestand des Fuhrparks, über Salz und Splitt forderte Karin Rauscher (FWF), um das Thema grundsätzlicher zu diskutieren. Dem schloss sich Peter Müller (Die Linke) an, der auch Piazzas Äußerungen zu mehr Eigenleistung statt Fremdvergabe begrüßte.

Er stelle sich vor Mayer, sagte schließlich der OB. Ihm müsse man etwas mehr Zeit geben. Und: Es sei nicht mehr möglich, alles zu machen. Dafür müsse man die Bürger sensibilisieren.

© Gmünder Tagespost 16.01.2013