Rat will fürs Bad Zeit und Infos

23. September 2015  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Sebastian FritzWenn in Gmünd das Hallenbad neu gebaut wird, dann mit acht Bahnen im Schießtal oder in der Nepperbergstraße. Diese Erkenntnis nahm Oberbürgermeister Richard Arnold am Mittwoch aus der Diskussion der Stadträte über neun Hallenbad-Varianten mit. Die Fraktionen gaben keine Stellungnahmen ab, stellten viele Fragen.

michael länge

Schwäbisch Gmünd. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, Robert Stärr von Fritz Planung in Bad Urach und Stadtkämmerer Rene Bantel stellten die neun Varian-ten nochmal vor.

Zwei beinhalten Sanierungen des Bades in der Goethestraße, sieben einen Neubau in der Goethestraße, in der Nepperbergstraße westlich der Kletterhalle, im Schießtal zwischen See und Freibad (Seebad) oder im Schießtal zwischen Richard-Bullinger-Straße und Sportbecken (Kombibad). Die Kosten liegen zwischen 14 und 22 Millionen Euro. Für alle Neubau-Varianten im Schießtal und am Nepperberg gibt es Vorschläge mit sechs und mit acht Bahnen in einem 50-Meter-Becken. Die Varianten hat eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Stadt, der Bäderbetriebe, der Ratsfraktionen, des Stadtsportverbandes, des Schwimmvereins und der DLRG erarbeitet. Sie wollen, wenn ein Neubau kommt, ein 50-Meter-Becken, machte Bläse deutlich. Er wies darauf hin, dass eine Sanierung in jedem Fall kommt.
Eine Stellungnahme wollte keine der sechs Ratsfrakionen in dieser ersten Sitzung nach der Sommerpause abgeben. Ob neu gebaut oder saniert werden solle, diese Frage bereite Kopfzerbrechen, sagte Celestino Piazza (CDU). Die Kosten, ob für Stadt oder Stadtwerke, seien in jedem Fall „eine große Kröte“. Denn das Geld fehle an anderer Stelle. Die CDU-Fraktion will sich nun mit den neun Varianten im Detail beschäftigen. Zwar seien dies hohe Kosten, doch dafür bekomme die Stadt ein attraktives Bad, sagte Gerhard Bucher (SPD). Bucher sprach sich gegen eine „Notlösung“ aus und gab der Kombilösung und dem Neubau in der Nepperbergstraße einen Vorzug vor der Goethestraße und dem Seebad. Zudem wünschte die SPD-Fraktion Angaben zu den Betriebskosten der einzelnen Varianten. Karl Miller (B 90 / Grüne) regte an, eine energetische Bauweise in die Diskussion einzubeziehen, insbesondere bei den Neubau-Varianten. Ullrich Dombrowski (FW / FDP) wies darauf hin, dass die für die einzelnen Varianten angegebenen Kosten Schätzungen seien. Er befürchte danach beim Bau höhere Kosten und forderte möglichst genaue Berechnungen. Ob es beim Kombibad trotzdem möglich sei, draußen zu schwimmen, fragte Dr. Constance Schwarzkopf-Streit (FWF). Und sie wollte wissen, ob die Bäder für Schüler gleich gut zu erreichen seien. Die gute Erreichbarkeit sei ein Punkt, der zur Nepperbergstraße als drittem Standort geführt habe, sagte dazu OB Richard Arnold. Hier gab Brigitte Abele (B 90 / Grüne) ein Stimmungsbild des Frauenforums wieder: Das Schießtal sei zu weit von den Schulen entfernt.
Es sei unstrittig, dass das Hallenbad stark sanierungsbedürftig sei, sagte Sebastian Fritz (Die Linke). In einem künftigen Hallenbad sollten Kinder- und Saunabereich erhalten bleiben, sagte er. Ein Seebad sei zwischen Schießtalsee und Freibad eingequetscht, ein Kombibad sei für den jüngst gebauten Krötentunnel schwierig. Zudem seien im Sommer im Schießtal die Stellplätze rar.
Sollte ein neues Hallenbad im Schießtal oder am Nepperberg gebaut werden, so könnten die Flächen in der Goethestraße für Wohnbebauung verwendet werden, sagte Arnold auf Nachfrage von Professor Dr. Kurt Weigand (CDU). Genaue Angaben zu den Eintrittspreisen könne er noch nicht machen, antwortete Stadtwerke-Chef Rainer Steffens auf die Frage von Gabriel Baum (B 90 / Grüne), ob der Eintritt ins neue oder sanierte Hallenbad teurer wird.
In Deutschland gebe es für Schwimmbecken Standards, sagte der Vorsitzende des Schwimmvereins, Roland Wendel, auf die Frage von Heidi Preibisch (FW / FDP), weshalb über sechs oder acht Bahnen diskutiert werde. In Deutschland gebe es 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen und 50-Meter-Becken mit acht Bahnen. 50-Meter-Becken mit sechs Bahnen gebe es nicht.
Arnold fasste die Diskussion am Ende zusammen und nahm Aufgaben für die Stadtverwaltung mit: Die Stadt wird weitere Förder- und Finanzierungsmodelle prüfen. Private Badbetreiber sollen einbezogen werden. Und die Auswirkungen der einzelnen Varianten auf die Betriebskosten sollen den Stadträten deutlicher gemacht werden. Diese Punkte will Arnold im vierten Quartal in der Arbeitsgruppe fürs Hallenbad diskutieren. Außerdem will er die Bürgerschaft einbeziehen. Im Januar soll es eine weitere Hallenbad-Sitzung der Stadträte geben.

© Gmünder Tagespost 23.09.2015 19:49:02