Räte streiten über Elternentgelt

Sebastian FritzDie Stadt Gmünd baut in den Schulen die Betreuungsangebote aus. Dies kostet die Stadt einen Batzen Geld. An den Kosten werden auch die Eltern beteiligt. Ab Februar 2016 und ab September 2016 sollen sie monatlich je fünf Euro mehr bezahlen. Die Ratsfraktionen haben zu diesen Mehrkosten für Eltern unterschiedliche Meinungen.

michael länge

Schwäbisch Gmünd. Die Stadt erweitert das Angebot aus zwei Gründen, erläuterte Sarah-Lisa Knödler vom Amt für Sport und Bildung im Verwaltungsausschuss: Die Nachfrage steigt. Und das Angebot soll Eltern helfen, Beruf und Familie besser zu vereinen. Die Stadt bietet an 17 von 21 städtischen Schulen Betreuung an. Dazu gehören die Grundschulen und im Ganztagsbetrieb weiterführende Schulen. Im Schuljahr 2011/12 nutzten 545 Schüler die Angebote. Im Schuljahr 2014/15 waren es bereits 1260 Schüler. Im laufenden Schuljahr 2015/16 werden es noch mehr sein, sagte Knödler. Die Schüler werden zurzeit von 81 Mitarbeitern betreut. Was künftig anders werden soll: Es werden nicht mehr 25, sondern nur noch 20 Schüler von einer Person betreut werden. An jeder Schule wird eine Teamleitung eingeführt. Und dem Betreuungspersonal sollen Fortbildungen ermöglicht werden. Diese Maßnahmen haben Mehrkosten von etwa 390 000 Euro zur Folge. Aktuell betragen die Kosten im Jahr etwa 1,1 Millionen Euro. Etwa 240 000 Euro sind Landeszuschüsse, 700 000 Euro trägt die Stadt. Der Anteil der Eltern liegt bei 160 000 Euro. Er soll in zwei Stufen, zum 1. Februar 2016 und zum 1. September 2016, um jeweils fünf Euro steigen.
Vertreter aller Fraktionen lobten das Konzept. Zu den Elternbeiträgen gibt es jedoch unterschiedliche Meinungen. Die Stadt müsse angesichts ihres „irrsinnig hohen Verschuldungsgrads pro Einwohner“ im Auge behalten, welche Kosten entstehen, sagte Alfred Baumhauer (CDU). Deshalb warb er dafür, den Kostendeckungsgrad „etwas höher“ zu gestalten. Sigrid Heusel (SPD) hingegen sah darin, dass alle Eltern zwei Erhöhungen um je fünf Euro haben, eine „Schieflage“. Sie forderte, darüber nachzudenken, ob die Erhöhung nicht, wie die Beiträge insgesamt, vom Einkommen der Eltern abhängig gemacht werden sollten. Dafür sprach sich auch Alexander Schenk (B 90 / Grüne) aus. Gute Betreuung sei wichtig, und Qualität koste Geld, schloss sich Heidi Preibisch (FW / FDP) der Auffassung Baumhauers an. Karin Rauscher (FWF) betonte, dass die Stadt hier umsetzt, was vom Land gewünscht ist, bei der Finanzierung aber „ein Stück weit auf sich allein gestellt“ sei. Deshalb forderte sie den Gemeinderat auf, die Verwaltung gestärkt in die Verhandlung mit dem Land zu schicken. Mehr Geld von Land forderte auch Sebastian Fritz (Die Linke). Und auch bei der Erhöhung der Gebühren für die Eltern sollten Verwaltung und Gemeinderat nochmal genau hinschauen, sagte Fritz. Eine endgültige Entscheidung über die Betreuungsangebote trifft der Gemeinderat.

© Gmünder Tagespost 30.09.2015 21:21:37