Räte schätzen Umweltinitiativen der Stadt

19. Dezember 2019  Redaktion

Schwäbisch Gmünd. Wie viel CO2 produziert jeder einzelne Bürger in Gmünd, was erwartet die Einwohner durch künftige umweltpolitische Beschlüsse? Darüber unterrichtet Oberbürgermeister Richard Arnold den Gemeinderat und präsentiert ein detailliertes Papier, das auch Bürgern zugänglich sein wird. Für Arnold wichtig: „Der Gemeinderat muss nicht nur Entscheidungen zu den Themen treffen, sondern sie auch in die Gesellschaft hineintragen.“ Nur wenn man die Menschen mitnehme, könnten Konzepte der Zukunft umgesetzt werden.

Der Oberbürgermeister nennt aktuelle Entwicklungen im Klimaschutz. Der beschlossene „European Green Deal“ sei ein ehrgeiziges Klimaschutzprogramm und werde die Menschen auch in der Stadt treffen. Das bisherige Ziel, die CO2-Belastung 2050 um 80 bis 90 Prozent zu reduzieren, sei nicht mehr aktuell. Nun sollen es 100 Prozent sein. „Die letzten Prozente werden es in sich haben“, so Arnold. Dabei gehe es um die Gebäuderenovierungen, um Mobilität, die neue Ausrichtung der Landwirtschaft und die Beseitigung von Umweltverschmutzung. Gmünd sei da schon einen Schritt weiter, habe zehn Millionen Euro in die Kläranlage investiert. So könnten unter anderem Mikroplastik und Arzneimittelrückstände aufgehalten werden. Die Präsentation im Gemeinderat geht auch auf Zahlen in der Stadt ein. Pro Kopf entstehen am Ort vier Tonnen CO2. Zum Vergleich: In Aalen sind es acht Tonnen, in Stuttgart 4,9, im Ostalbkreis im Durchschnitt fünf Tonnen.

Entwicklung in Gmünd

  • Haushalte: Seit 2009 sind die Emissionen der Haushalte um 21,6 Prozent gesunken, sie liegen 3,5 Prozent unterm Landesdurchschnitt.
  • Industrie: Bei Industrie und Gewerbe sind sie um 4,7 Prozent gestiegen.
  • Pkw: Seit 2010 ist der Pkw-Bestand um 10,7 Prozent gestiegen.

Die letzten Prozente werden es in sich haben.

Richard Arnold,
Oberbürgermeister
  • Erneuerbare Energie: Die erneuerbare Stromerzeugung ist um 79 Prozent gestiegen, liegt aber 82 Prozent unterm Landesdurchschnitt.

Die Verwaltung will nun regelmäßig einen Klimabericht vorlegen. Zu den Vorhaben der nächsten Zeit zählt auch das Programm 10 000 Bäume, viele Firmen unterstützen das Vorhaben. Thema im Klimabericht soll spätestens im Mai 2020 das Ergebnis einer Verkehrszählung in Gmünd sein.

Für Stadtrat Karl Miller (Grüne) sind die Zahlen nicht ganz aussagekräftig. Bei vier Tonnen CO2 pro Kopf könnten die Auswirkungen durch Reisen, den persönlichen Konsum oder ein neues Auto nicht enthalten sein. Außerdem habe Gmünd bei den erneuerbaren Energien nach dem Solarfeld auf der Mutlanger Heide nicht mehr viel unternommen. Von der Bürgergenossenschaft Stauferland seien keine Aktivitäten zu vernehmen.

Christof Preiß (CDU) geht davon aus, dass sich Maßnahmen am Bau in den kommenden Jahren auswirken werden. „Wir haben Millionen in Gebäudesanierungen investiert“, sagt er. Vor allem in Schulen und Sporthallen. Auch Ullrich Dombrowski (Bürgerliste) betont, „dass wir uns seit Jahren um den Klimaschutz kümmern, auch wenn das noch nicht bei allen angekommen ist“. Karin Rauscher (FW Frauen) regt an, Fahrpreise im öffentlichen Personennahverkehr zu senken. Und Bürgermeister Dr. Joachim Bläse ärgert sich über die Remsbahn. Die Unzuverlässigkeit habe viele Menschen zurück auf die Straße getrieben, „das ist ein Albtraum“.

Ein Lob für den Vortrag Arnolds kommt von Elmar Hägele (Grüne). Er schätzt die Initiative des Stadtoberhaupts. Sebastian Fritz (Linke) erkundigt sich nach dem Lärmaktionsplan, der 2019 veröffentlicht werden sollte. Den gibt es nun im ersten Quartal 2020.

© Gmünder Tagespost 18.12.2019 21:14